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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2018
Himmlische Klänge
Musik als spirituelle Kraft der Religionen
Der Inhalt:

Das Leib-und-Seele-Gespräch: »Du bist schuld, weil du eine Frau bist«

von Birgit-Sara Fabianek vom 10.08.2018
Ursula Buchfellner wuchs in prekären Verhältnissen auf, war mit 16 das jüngste Aktmodel im »Playboy« und arbeitete als Erotikdarstellerin. In einer Lebenskrise zog sie wieder ins Brennpunktviertel, um sich mit ihrer Vergangenheit zu versöhnen

Publik-Forum: Frau Buchfellner, Sie waren mit 16 das jüngste deutsche Aktmodel im »Playboy« und haben Karriere als Erotikfilmdarstellerin gemacht. Was würden Sie dem Mädchen von damals heute zurufen?

Ursula Buchfellner: Ich würde ihr sagen, sie solle das mit dem Playboy lassen. Aber unter den Umständen, in denen sich die Sechzehnjährige damals befunden hat, würde ich sagen: Mach das. Es ist in Ordnung, Aktaufnahmen zu machen, es ist eine Riesenchance für dich, aus diesem Hasenbergl-Slum herauszukommen.

Im Hasenbergl, diesem Münchner Brennpunkt, sind Sie in den 1960er-Jahren aufgewachsen - mit neun Geschwistern in einer Zweizimmerwohnung ohne Heizung. Sie haben gehungert, gefroren, wurden oft geschlagen: Wie hält man das aus?

Buchfellner: Mithilfe meiner Geschwister. Wir waren eine Schicksalsgemeinschaft im ständigen Überlebensmodus. Wir schliefen zu fünft im Doppelbett und haben uns oft aneinander gekuschelt, um uns zu wärmen und zu trösten, wenn es einen mehr erwischt hat.

Als Siebenjährige sind Sie im Wald missbraucht worden. Als Sie das Ihrer Oma erzählt haben, hat sie Sie als »Sünderin« und »Nutte« beschimpft.

Buchfellner: Ja, damit hat sie mir das Schlimmste angetan, was mir im Leben widerfahren ist: Dieses Gefühl »Du bist schuld, weil du eine Frau bist« habe ich lange mit mir herumgetragen. Dennoch habe ich meine Oma sehr geliebt. Ich habe ihre Stärke geschätzt, sie erschien mir als Kind immer sehr gerade und aufrecht, im Gegensatz zu meiner Mutter.

Wie sind Sie dann auf die Idee gekommen, für den Playboy zu posieren?

Buchfellner: Als ich mit meinem Freund im Biergarten saß, sprach mich ein Fotograf an und sagte: »Ich find’ Sie sehr hübsch, wollen Sie Playmate werden?« Ich kannte das Magazin gar nicht, aber mein Freund war total stolz. Abends hat er mir den Playboy gezeigt und ich war völlig geschockt: Nicht wegen der Nacktfotos, sondern weil die Frauen im Magazin so wunderschön waren. Bis zu dem Tag hatte mir niemand gesagt, ich sei schön. Wir hatten zu Hause nicht mal einen Spiegel.

Welches Männerbild hatten Sie damals?

Buchfellner: Mein Männerbild war geprägt vom Verhältnis meiner Mutter zu

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