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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2018
Himmlische Klänge
Musik als spirituelle Kraft der Religionen
Der Inhalt:

Vorgespräch: Der Kiosk als Kulturtempel?

Fragen an Nina Dolezych von der Ruhr Tourismus GmbH zum »Tag der Trinkhallen« am 25. August

Publik-Forum: Am 25. August veranstalten Sie jetzt im gesamten Ruhrgebiet den »Tag der Trinkhallen«. Wie kommen Sie denn darauf?

Nina Dolezych: Die Trinkhallen haben gerade im Ruhrgebiet eine wichtige soziale Funktion. Sie sind so etwas wie Nachbarschaftszentren, wo Menschen aus der Nachbarschaft in Kontakt kommen und die Bewohner des Viertels zusammen auf der Bank vor dem Büdchen sitzen. Die Trinkhallenbesitzer sind oft so etwas wie der Kummerkasten für ihre Kunden und eine Infozentrale für ihr Quartier: Sie wissen, wo eine Wohnung frei wird, wo die Tante gestorben ist, wer einen Job gefunden hat. Zugleich stellen sie fast rund um die Uhr eine Notversorgung mit Lebensmitteln sicher, vor allem für Leute, die kein Auto haben. Die Büdchen sind ein elementarer Teil der Ruhrgebietsidentität und ein Begegnungsort der Kulturen.

Tatsächlich? Findet da eine echte Begegnung von Migranten und Alteingesessenen statt?

Dolezych: Ja, das habe ich bei meinen Vorbereitungstouren durch die verschiedenen Trinkhallen genau so erlebt. Und das liegt vor allem daran, dass rund siebzig Prozent der Kioske von Migranten geführt werden. Die sind so etwas wie Brückenbauer zwischen den Bevölkerungsgruppen.

Aber gerade Menschen aus muslimischen Ländern haben doch wenig mit der deutschen Trinkkultur im Sinn.

Dolezych: Darum geht es auch gar nicht; der Bierverkauf macht nur einen geringen Teil der verkauften Waren aus. Und die meisten Kioske haben ohnehin keine Schankerlaubnis, sondern verkaufen nur geschlossene Flaschen. Je nach Bude werden nicht nur Getränke, Zeitschriften un