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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2017
Was ist eine christliche Ehe?
Ein evangelisch-katholischer Disput
Der Inhalt:

Aufgefallen: Freundin der Bäume

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 11.08.2017
Die Künstlerin Cecylia Malik kämpft in Polen gegen die Abholzung

Auf 365 Bäume kletterte Cecylia Malik im Laufe eines Jahres. Das war vor sieben Jahren, und die Künstlerin aus Krakau bezeichnete sich damals noch nicht als Umweltaktivistin. »Das war eher eine Kunstaktion«, sagt sie. Heute ist die Hälfte dieser Bäume gefällt. Und Malik zu einem Gesicht des Widerstands gegen die Regierung geworden.

Die lässt überall im Land Bäume fällen – in Städten und Dörfern genauso wie in Bialowieza, einem der letzten Urwälder Europas. Der Europäische Gerichtshof hat Ende Juli einen sofortigen Abholzungsstopp für Bialowieza gefordert. Doch die polnische Regierung »macht einfach weiter«, klagt Malik. Sie ist wütend, »und manchmal verliere ich auch die Hoffnung«, sagt die 41-Jährige.

In diesen Zeiten, in denen sich viele Polen um die Demokratie sorgten, sei es schwer, ihre Landsleute zu bewegen, für den Umweltschutz auf die Straße zu gehen. Malik verbindet Naturschutz mit Kunstprojekten. Ihre Werke waren schon in London zu sehen; im September stellt sie in den Niederlanden aus. Doch sie ist nicht nur Künstlerin, sondern auch Mutter: Ihre Töchter sind 16 und 17 Jahre alt, ihr kleiner Sohn elf Monate.

Über die Landesgrenzen hinaus wurde Malik bekannt, als sie im Frühjahr 2017 Fotos in den sozialen Netzwerken veröffentlichte. Die Bilder zeigen Frauen, die auf den Baumstümpfen gerodeter Bäume sitzen und ihre Babys stillen. Fast wie eine Mondlandschaft sieht es im Hintergrund aus, eine unheimlich-gespenstische Atmosphäre. Zuerst war Malik alleine, dann schlossen sich ihr Freundinnen an. Im Nu wurden die Fotos im Internet geteilt, und Frauen in Warschau und anderen Städten gründeten Ortsgruppen der »Mütter gegen den Kahlschlag«.

Cecylia Malik wurde 1975 in Krakau geboren, wo sie bis heute lebt. Ihr Vater arbeitete als Bergführer, und ihre Kindheit verbrachte Malik häufig in den Wäldern und Bergen des Landes. Als eine von sechs Töchtern wuchs sie in einer katholischen Familie auf. »Der Glaube hat meine Kindheit sehr geprägt«, berichtet sie. Heute steht sie der Kirche kritisch gegenüber, »vor allem wegen ihres Umgangs mit Frauen«. Abgewandt hat sich Malik auch aus Enttäuschung: Katholische Medien wie Radio Maryja seien eng verbunden mit der Regierung, betont sie, und unterstützten die Abholzung.

Auf den Papst jedoch lässt sie nichts kommen. »Mit ein

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