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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2017
Was ist eine christliche Ehe?
Ein evangelisch-katholischer Disput
Der Inhalt:

Die Wurzeln der Gewalt in Mindanao

Der Krieg im Süden der Philippinen hat eine religiös-geschichtliche Seite

Ende Mai war traf es die Großstadt Marawi. Immer offener greifen radikalislamische Kämpfer, die dem Islamischen Staat IS die Treue geschworen haben, Orte auf der großen Insel Mindanao im Süden der Philippinen an. Mindanao bildet die Frontlinie eines religiös grundierten Machtkampfes, dessen Wurzeln weit zurückreichen: Am Übergang vom 15. zum 16. Jahrhundert fassten katholische Eroberer aus Spanien sowie islamische Kolonisatoren aus Arabien auf den Philippinen Fuß. Die Spanier erwiesen sich als die Stärkeren. Sie drängten die sich nach Norden ausbreitenden Araber zurück. Auf die Urbevölkerung nahmen beide keinerlei Rücksicht.

Die spanische Kolonialherrschaft dauerte bis 1898. Nach Jahrzehnten unter US-Hoheit sowie japanischer Besetzung erhielten die Philippinen 1946 schließlich die Unabhängigkeit. Doch die kolonialen Konflikte schwelten weiter. Mindanao war zur nordöstlichen Grenze der islamischen Expansion in Ost- und Südostasien geworden, die auch den Buddhismus und Hinduismus verdrängt hatte. Immer wieder versuchten philippinische Regierungen, Muslime auf Mindanao zurückzudrängen. Dabei gingen politische, religiöse und wirtschaftliche Interessen Hand in Hand. US-Konzerne errichten Zucker- und Obstplantagen, christliche Filipinos aus dem Norden wurden in Mindanao angesiedelt, der Landbesitz von Muslimen stark eingeschränkt. Heute stellen die Muslime nur noch zwanzig Prozent der 22 Millionen Einwohner von Mindanao.

Im Jahr 1971 gründete sich die Nationale Befreiungsfront MNLF. Wichtigstes Ziel war ein eigener Staat. Erhebliche Finanz- und Militärhilfe aus den mehrheitlich islamischen Staaten Libyen und Malaysia machte die MNLF rasch zu einer effiz