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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2014
Papst Franziskus und seine Gegner
Der Inhalt:

Holz fürs reine Gewissen

Mit Wald-Investments versuchen Anleger, Geld zu verdienen und Gutes zu tun. Aber profitieren Menschen und Umwelt wirklich davon? Ein Besuch in Panama

Die Luft ist warm und feucht. Bunte Schmetterlinge flattern in den schmalen Streifen des Sonnenlichts, die sich ihren Weg durch den dichten Wald bahnen. Yaels Camacho stapft durch das knackende Unterholz. Vor einer mannshohen Fächerpalme bleibt die Forstingenieurin stehen und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Namen von Rankpflanzen, Blumen, Sträuchern und Bäumen sprudeln aus ihr heraus. Yaels Camacho zeigt auf die Früchte des Jagua-Baums, die gegen Blutarmut und Leberprobleme helfen sollen. Dann reißt sie ein Blatt von einem Busch ab und streicht über die haarige Oberfläche. »Das heißt übersetzt Kuhzunge, Indigene nutzen die Blätter heute noch zum Geschirrspülen.« Die Vielfalt ist erstaunlich für einen Nutzwald.

Vor fast zwanzig Jahren wurde die Finca Madera Fina in Las Lajas im Westen Panamas angelegt. Mit Geldern von Investoren aus Deutschland. Die Idee klingt bestechend. Der Anbieter Forest Finance mit Sitz in Bonn und Panama City pflanzt Plantagen, die im Einklang mit der Natur bewirtschaftet werden. Sie binden schäd liche Klimagase, verbessern das Mikro klima, bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen und nicht zuletzt sichere Arbeitsplätze für die Menschen. Die Investoren erhalten Rendite aus dem Verkauf des Nutzholzes und obendrein das Gefühl, ihr Geld sinnvoll angelegt zu haben. Für Anleger bedeuten Investitionen in Wald jedoch andere Risiken als bei klassischen Geldanlagen: Schädlinge können die Plantage befallen, Brände oder Stürme im schlimmsten Fall zum Totalverlust führen. Auch bringt ein Wald-Investment keine schnelle Rendite: Schließlich muss der Wald erst wachsen. Selbst bei Tropenhölzern dauert es rund zwanzig Jahre, bis der Setzling zum Baum wird, de