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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2014
Papst Franziskus und seine Gegner
Der Inhalt:

Namibia: Kirchen retten Grundeinkommen

Das bedingungslose Grundeinkommen im namibischen Dorf Otjivero ist zurück. Dank der protestantischen Waldenserkirche erhalten alle der etwa tausend Bewohner des Dorfes, die noch nicht im Rentenalter sind, künftig wieder hundert Namibia-Dollar pro Monat – das sind umgerechnet rund sieben Euro. Das Geld für die Kinder geht an die Mütter. Die Bewohner über sechzig erhalten eine Rente.

Im Rahmen eines Pilotprojektes hatten die Dorfbewohner bereits von 2008 bis 2013 ein Grundeinkommen in gleicher Höhe erhalten, finanziert aus Spenden der Evangelisch-Lutherischen Kirche, von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen. Seit Juli 2013 reichten die Spenden nicht mehr aus.

Für Zephania Kameeta, bis 2013 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche der Republik Namibia und Mitglied im Rat des Lutherischen Weltbundes, ist das Grundeinkommen ein Schritt zur Befreiung der Menschen aus Armut und Unmündigkeit. Er verweist auf die Erfolge, die eine wissenschaftliche Begleitstudie dem Modell attestiert: Die medizinische Betreuung hat sich verbessert, weil sich mehr Menschen Medikamente und Ärzte leisten können. Fast alle Kinder gehen nun zur Schule, vorher waren es nur etwa die Hälfte. Das Kleingewerbe blüht auf, es gibt Anzeichen eines regionalen Wirtschaftskreislaufes. Und jene gewinnen an Selbstbewusstsein, die bisher wenig zu sagen hatten: die Frauen.

Kritiker verweisen darauf, dass junge Männer das Grundeinkommen oft »versoffen« hätten – deshalb wird das Geld für die Kinder nur an die Mütter ausgezahlt. Zudem seien die positiven Auswirkungen nicht nachhaltig, weil sie immer an dieses Einkommen g