Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2013
Die Andersleute
Haben die Orden noch eine Zukunft?
Der Inhalt:

Wo das Leben nicht zerstört wird

von Meinrad Limbeck vom 16.08.2013
Reich Gottes: Im Geiste Jesu sollten Christen Strukturen schaffen, in denen die Liebe wächst und Menschen glücklich sind

Jesus kannte in seiner Verkündigung von sich aus und ungefragt eigentlich nur eines: seine Botschaft und deren Konsequenzen. Andere Probleme, die es ja auch gegeben hatte ... beschäftigten Jesus von sich aus ganz offensichtlich nicht.

Achtet man genauer darauf, was denn Jesus – unter Umständen auch in neuer Weise – von sich aus konkret angeboten hat, zeigen sich folgende Weisungen:

nicht zu zürnen;

nicht zu richten, sondern einander zu vergeben;

auch die Feinde zu lieben;

nicht die Frau des Nächsten zu begehren; in Jesu Jüngerschaft lebten ja auch verheiratete Männer und Frauen in einer ganz neuen Gemeinschaft zusammen;

absolut zuverlässig zu sein;

einander zu dienen, gerade wenn man etwas Besonderes sein möchte;

keinen Anstoß zu geben;

sich vor dem »Sauerteig der Pharisäer und Herodianer« (das heißt vor deren theologischen und gesellschaftlichen Entwürfen) zu hüten;

sich nicht unnötig zu sorgen.

Mit diesen Weisungen wollte Jesus zeigen, in welcher Weise diejenigen leben sollten, die ihre alte Welt hinter sich gelassen haben, weil sie mit Jesus darauf vertrauen, dass Gottes Reich gegenwärtig ist und die deshalb dieses zu ihrer neuen Basis und zu ihrem neuen Lebensraum machen möchten.

Versucht man den roten Faden zu entdecken, der all diese Weisungen verbindet – der ihnen also ihr »Reich-Gottes-Charakteristikum« verleiht –, kann man sicherlich Folgendes sagen: Den Jüngern und Jüngerinnen, die sich dem Reich Gottes entsprechend verhalten sollen, wird alles untersagt, was das menschliche Zusammenleben und Zusammenwirken gefährdet oder ganz unmöglich macht, selbst wenn die zornige Verweigerung der Gemeinschaft und der Vergebung verständlich und durchaus zu rechtfertigen wäre. Und es wird ein Verhalten geboten, das immer neu Vertrauen schafft und aufbaut.

Die Antwort finden wir, wenn wir uns auf den grundlegenden Unterschied zwischen Johannes dem Täufer und Jesus besinnen: Es ist ja nicht so – wie manches Mal etwas zu vereinfachend gesagt wird –, als ob der Täufer einfach das Gericht, Jesus aber das Evangelium verkündet hätte. Auch für den Täufer war die Zukunft ja nicht

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen