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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2020
Der fragile Mensch
Ein Mängelwesen strebt nach gottgleicher Macht und zerstört sich selbst 
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 31.07.2020

Marion Schöber, Vorsitzende des Deutschen Katecheten-Vereins (dkv), hat den coronabedingten Ausfall des Religionsunterrichts an vielen Schulen in Deutschland scharf kritisiert. Dass in abgespeckten Stundenplänen der Religionsunterricht regelmäßig als »nicht so wichtig« unberücksichtigt bleibe, mache es Schülerinnen und Schülern schwer, »Erlebtes zu verarbeiten, Ängste zu verbalisieren und Krisen besser zu bewältigen«.

Claudio Hummes, Kardinal aus Brasilien, hat mit 151 Amtsbrüdern die Regierung Bolsonaro attackiert. In einem Brief an »das Volk Gottes« heißt es: Brasilien leide ohnehin unter Gewalt, Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Doch die Regierung tue nichts dagegen, sondern ermutige Goldsucher, Holzfäller und Landwirte zur grenzenlosen Ausbeutung des Landes. Außerdem kritisieren die Bischöfe die unverantwortliche Verharmlosung von Corona.

Ulrich Lilie, Diakonie-Präsident, kritisiert die Pläne von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) für einen »Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz« in der Bundeswehr. Ein solcher Dienst entwerte das Engagement 100 000 freiwillig engagierter Menschen in den zivilgesellschaftlichen Freiwilligendiensten. Lilie nennt es ein »Armutszeugnis, dass mit hohem Werbebudget und attraktiven Konditionen für einen militärischen Freiwilligendienst geworben wird, aber für die zivilgesellschaftlichen Freiwilligendienste keine adäquaten Angebote und Leistungen zur Verfügung stehen.«

Mechthild Thürmer, Benediktinerin aus der Abtei Maria Frieden in Kirchschletten, wehrt sich gegen eine Geldstrafe wegen »Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt«. Die Äbtissin hatte im Herbst 2018 einer Eritreerin in ihrem Kloster Kirchenasyl gewährt. »Ich habe nichts falsch gemacht!«, sagt die 62-Jährige. »Ich habe so gehandelt, wie Jesus es auch getan hätte.« Nach Thürmers Einspruch gegen die Geldstrafe wird der Fall nun vor Gericht verhandelt. »Ich käme mir nicht ehrlich vor, die 2500 Euro zu bezahlen, nur um meine Ruhe zu haben«, erklärt Thürmer. Die Äbtissin hat schon mehr als dreißig Asylsuchenden Schutz im Kloster gewährt.

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