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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2019
Homosexualität und Kirche
Wo ist das Problem?
Der Inhalt:

Vorgespräch: Tauben zum Festmahl?

von Charlotte Sarmont vom 26.07.2019
Christiane Lembert-Dobler organisiert für das Friedensbüro Augsburg das jährliche Hohe Friedensfest

Publik-Forum: Am 8. August wird in Augsburg wieder das »Hohe Friedensfest« gefeiert. Tausende Besucher treffen sich zu einer Friedenstafel. Wie geht das denn – so viele Menschen an einem Tisch?

Christiane Lembert-Dobler: Die Friedenstafel auf dem Rathausplatz besteht aus sehr vielen Tischen. Die sind festlich mit weißen Tischdecken und Blumen geschmückt. Es gibt Weintrauben und Wasser für alle, und es werden Tauben aus Teig gebacken, symbolisch für die Friedenstaube. Die Gäste bringen zudem selbstgemachte Speisen mit, um miteinander zu teilen. Es ist wie ein riesengroßes Picknick. Das Fest startet zuvor mit einem Familiengottesdienst und einem ökumenischen Gottesdienst für Erwachsene. Seit 1950 ist der 8.8. bei uns ein gesetzlicher Feiertag. Dass eine Kommune einen eigenen Feiertag hat, ist in Deutschland einmalig.

Wie kam es dazu?

Lembert-Dobler: Der Ursprung geht zurück auf den Konfessionsstreit: Am 8. August 1629 wurde den Protestanten in Augsburg verboten, ihre Religion auszuüben. Der Westfälische Frieden von 1648 leitete dann das Ende der Unterdrückung der Protestanten ein. Seit 1650 feiern wir in unserer Stadt jedes Jahr das Friedensfest, mit Ausnahme der Kriegsjahre 1942 und 1944.

Es wird einen Workshop zu Freiheitsliedern geben. Wird da tatsächlich gesungen?

Lembert-Dobler: In dieser Veranstaltung wird den Freiheitsliedern nachgegangen, denn als es noch keinen Buchdruck gab, wurden Botschaften über die Musik verbreitet. Da wird dann auch gesungen. Musik spielt für unser Fest eine große Rolle.

Inwiefern?

Lembert-Dobler: Herzstück des Programms ist ein zweitägiges Weltmusikfestival, zu dem Bands und Musikerinnen aus der ganzen Welt anreisen Dieses Jahr kommen zum Beispiel die polnische NeoFolk-Ausnahmekünstlerin Karolina Cicha, Hakan Vreskala aus Istanbul und der Algerier Sofiane Saïdi. Und die Band Red Baraat aus New York fusioniert den indischen Bhangra mit Balkan und Jazz.

Was steht noch auf dem Programm?

Lembert-Dobler: Während des vierzehntägigen Kunst- und Kulturprogramms, hinführend zum Feiertag, wird der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck zu unserem die

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