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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2019
Homosexualität und Kirche
Wo ist das Problem?
Der Inhalt:

Sachbücher

vom 26.07.2019

Arnd Henze
Kann Kirche Demokratie?
Herder. 176 Seiten. 18 €

Der ARD-Journalist und evangelische Theologe Arnd Henze fragt, ob der Protestantismus gefeit ist gegen anti-demokratische, autoritär-nationalistische und ausländerfeindliche Tendenzen. Da ist er skeptisch. Eindringlich erinnert er an das antidemokratische und völkische Erbe im deutschen Protestantismus. Henze verweist darauf, dass noch heute gerade die eifrigsten Kirchgänger eine klare Tendenz zum ausgrenzenden Denken zeigen und in den USA vor allem weiße protestantische Fundamentalisten Donald Trump gewählt haben. Er sieht die Gefahr, dass sich eine »struktur-konservative« Kirche »verfestigt als Ort, an dem soziale und kulturelle Vielfalt die Ausnahme ist und an dem man unter sich bleiben kann«. Der Autor wünscht sich in den Kirchengemeinden »Werkstätten für Demokratie«, eine größere Streitkultur und mutigere Gemeinden und Landeskirchen. So übt er auch Kritik am Verhalten der sächsischen Landeskirche gegenüber der AfD: Sie verrate »die Menschenfreundlichkeit Gottes, wenn sie der Auseinandersetzung mit der Menschenfeindlichkeit einer völkisch-nationalistischen Partei weiter ausweicht«. Das Buch des Protestanten bietet Informationen und Positionen – gegen Geschichtsklitterer und Verharmloser. Hartmut Meesmann

Deborah Lipstadt
Der neue Antisemitismus
Berlin Verlag. 304 Seiten. 24 €

Der Holocaust ist Geschichte, der »zeitgenössische Antisemitismus« dagegen nicht, schreibt Deborah Lipstadt, eine der wenigen renommierten Antisemitismus-Forscherinnen. Das Thema hat eine Aktualität erlangt, weil es nicht auf ein Land begrenzt ist, sondern ein weltweites Phänomen darstellt. In einem fiktiven Dialog in Form eines Austauschs von E-Mails bringen ein von der Autorin ersonnener »Freund« und eine fiktive »Studentin« ihre Erfahrungen mit dem Thema Antisemitismus zum Ausdruck. Die unzähligen antijüdischen Vorurteile sind seit Jahrhunderten bekannt und wieder virulent, überzogen nur von einem dünnen Firnis. Erschreckend ist, dass sich der Hass auf Juden nicht auf rechtsradikale und islamistische Milieus beschränkt, sondern dass er sich heimlich in andere gesellschaftliche Bereiche ausgebreitet hat. Dass das Tragen einer Kippa gefährlich ist, sollte keine freiheitliche Gesellsch

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