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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2018
Geborgen und unbehaust
Was Religion über Heimat sagt
Der Inhalt:

Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!): Sehr geehrte Rückzuführende,

wir freuen uns, Sie heute zu unserem Abschiebeflug ans Bayern vom Nürnberger Flughafen »Markus Söder« (früher »Albrecht Dürer«) begrüßen zu dürfen.

Da Sie der deutschen Sprache wahrscheinlich nicht mächtig sind, empfehlen wir Ihnen, sich die Bordinformation vor dem Flug von einem Deutschen vorlesen zu lassen. Der Flug beginnt im Flughafengebäude mit einer gemeinsamen Abschiedszeremonie zu Ehren des Freistaates Bayern, der Sie als Flüchtling fürsorglich aufgenommen hat. Wir singen mit musikalischer Begleitung eines Harmoniums die Bayernhymne, die deutsche Nationalhymne sowie das beliebte Volkslied »Muss i denn zum Städtele hinaus«.

Ein von ihnen ausgeführter Kuss des Bodens auf dem Flughafengelände wäre eine nette Geste, ist aber nicht zwingend vorgeschrieben.

Nach dem Einchecken begeben Sie sich bitte in die Maschine. Dort findet vor dem Einnehmen der Plätze die öffentliche Kruzifix-Ehrung statt. Da es sich bei dem Flugzeug um ein im Dienst des Freistaats Bayern stehendes Fluggerät handelt, sind selbstverständlich staatliche Kruzifixe angebracht. Zwei befinden sich jeweils unten und oben auf den Tragflächen, zwei links und rechts der Kabine und eines unterhalb der Pilotenkanzel. Außerdem hängt im Inneren der Kabine das Porträt des Bayerischen Ministerpräsidenten. Wir bitten Sie alle, auch ihm Ihre Ehre zu erweisen und sich vor seinem Foto zu verneigen. Immerhin durften sie seine Gastfreundschaft genießen.

Und nun die Sicherheitshinweise: zur Sicherheit der Flugzeug-Crew, aber auch zu Ihrem Schutz vor anderen Mitreisenden, bleiben die Hände der Fluggäste während des ganzen Fluges mit Kabelbindern gefesselt. Rettungswesten für alle Passagiere konn