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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2018
Geborgen und unbehaust
Was Religion über Heimat sagt
Der Inhalt:

Nicaragua: Vom Freiheitshelden zum Diktator

Der auch in kirchlichen Kreisen lange geschätzte nicaraguanische Präsident Daniel Ortega entwickelt sich mehr und mehr zum skrupellosen Diktator, der Andersdenkende niederknüppeln lässt. Mehr als 360 Menschen sind seit Beginn der zunächst friedlichen Proteste gegen Umweltzerstörung und eine (mittlerweile zurückgenommene) Sozialreform ums Leben gekommen. Seit über zehn Wochen herrscht Ausnahmezustand in dem kleinen Land. Selbst der katholischen Kirche gelingt es trotz ihres hohen Ansehens nicht, zu vermitteln. Im Gegenteil. Prominente Kirchenführer wie Managuas Kardinal Leopoldo Brenes oder der Botschafter des Vatikans, Erzbischof Waldemar Sommertag, wurden von regierungsnahen Banden bedroht und geschlagen. Unbekannte beschossen das Auto von Bischof Juan Mata Guevara von Esteli. Ein Gebäude der Caritas im Nordwesten des Landes ging in Flammen auf. Besonders dramatische Szenen ereigneten sich auf dem Campus der Universität UNAN in Managua. Dort hielten Studenten einen Teil des Geländes besetzt. Sie forderten eine Restrukturierung der sandinistischen Studentenorganisation. Als Paramilitärs die Besetzung gewaltsam beendeten, beschossen sie auch die auf dem Campus befindliche Kirche, in die sich verletzte Studierende, Journalisten und Geistliche geflüchtet hatten. Am Ende gab es mindestens zwei Tote. Die Stadt Masaya, rund zwanzig Kilometer von der Hauptstadt entfernt, wurde ebenfalls von Regierungstruppen abgeriegelt. Beobachter sprechen von schweren Menschenrechtsverletzungen. Die Kirche will weiter vermitteln.

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