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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2018
Geborgen und unbehaust
Was Religion über Heimat sagt
Der Inhalt:

Der Körper – politisch, zerbrechlich, manipulierbar

Ausstellung. Ein überdimensionales Neugeborenes, ein Cowboy, eine alte Frau, die ein Baby in ihren faltigen Händen hält: Die Ausstellung »Almost Alive« zeigt Skulpturen von Menschenkörpern aus den letzten fünfzig Jahren, die sehr lebendig wirken. Die Kunsthalle Tübingen präsentiert diese Exponate rückblickend auch als Spiegel zeitgebundener Körperkonzepte. Während die Pioniere der hyperrealistischen Kunst in den 1960er-Jahren den Körper als politisch-sozialen Körper in den Blick nahmen, tritt in den 1980er-Jahren der Körper als mentaler und emotionaler Resonanzraum in den Fokus. Künstler wie Marc Sijan, Sam Jinks oder Ron Mueck spiegeln den Gegenwartsmenschen in intimen existenziellen Momenten. Heute thematisieren Gegenwartskünstlerinnen als Kontrast zu den massenhaften Bildern »perfekter« Körper auch tabuisierte Aspekte. Andere Werke, wie ein Baby mit rüsselähnlicher Nase, führen verstörend vor Augen, dass der Mensch in seiner Gestalt selbst manipulierbar geworden ist. Das eröffnet eine faszinierende Begegnung mit der eigenen Wahrnehmung und der Fragilität unserer Körper.

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