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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2018
Geborgen und unbehaust
Was Religion über Heimat sagt
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 27.07.2018

André Widmer
Ostukraine – Europas vergessener Krieg
Rotpunkt. 176 Seiten. 24,90 €

500 Kilometer Front teilen die Oblaste Luhansk und Donezk. Jenseits der Militärzone träumen prorussische Separatisten von einem »Neurussland« in der gesamten Ostukraine. Seit nunmehr vier Jahren liefern sie sich mit der ukrainischen Armee einen aufreibenden Stellungskrieg. Er habe eine einst blühende, dichtbesiedelte Industrieregion zerstört und das Leben der Bewohner noch härter gemacht als zuvor. An »Europas vergessenen Krieg« will der Schweizer Journalist André Widmer mit seinen Reportagen aus dem Donbass erinnern. Er traf »großartige Menschen«, die geduldig und widerstandsfähig unter Artilleriebeschuss ausharren – meist mangels Alternative. Sie würden sich zugleich weigern, den politischen Sezessionsstreit zu ihrem eigenen zu machen. Während er von Kiewer Politikern den Eindruck hat, ihre Antiterroroperationen ohne Interesse am Schicksal der eigenen Landsleute durchzuführen. Sie überließen es nachbarschaftlicher Solidarität, Eigentum zu schützen, der Toten zu gedenken, Invaliden und Binnenflüchtlingen zu helfen – in einem Bürgerkrieg, der so lange dauern werde, wie es Moskau gefalle. Ein erstaunlich unaufgeregtes Buch, das umso mehr beeindruckt! Ernst Rommeney

Johannes Hartl, Karl Wallner, Bernhard Meuser (Hg.)
Mission Manifest
Herder. 240 Seiten. 20 €

Beseelt legen elf Autorinnen und Autoren ihren Masterplan Mission vor. Sie deklinieren in zehn Thesen ihren »Mission first«-Duktus durch und glauben an die Kraft ihrer »leidenschaftlichen Nachfolge«. Als gute Missionare, die sie sein wollen – sie leben und arbeiten in Österreich, der Schweiz und Deutschland und sind in zahlreichen Formaten der Verkündigung bewandert –, kommen sie ohne die Beschreibung der Düsternis, der »blutenden Wunde«, nicht aus: Die Volkskirche vergeht, Europa entchristlicht sich rasant, Gemeinschaften und Identitäten gehen flöten, Sinn- und Freudlosigkeit machen sich breit. Dem widersteht die Mission (oder auch: »Glaubensmarketing«), sie ist dank Papst Franziskus bestens positioniert und glaubt, »dass die Chancen nie größer waren als jetzt«. So geht’s hinein in die »ständige Haltung des Aufbruchs«, ohne Warten auf die Hierarchie, gibt es d

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