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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2017
Wie viel Religion verträgt die Kunst?
Eine Spurensuche auf der documenta
Der Inhalt:

Munter mitmischen im Stadtviertel

von Brigitte Lehnhoff vom 21.07.2017
Kirche im Quartier: Was ist ihr Job, wenn sich alles ändert? Zum Beispiel in Hamburg-Winterhude

Hamburg-Winterhude – ein gut bürgerlicher Stadtteil und eine begehrte Adresse für Leute, die Geld haben. Bei oberflächlicher Betrachtung stimmt dieser Eindruck, sagt Michael Ellendorff. Doch eine Quartiersanalyse hat dem Pastor der evangelischen Kirchengemeinde Winterhude-Uhlenhorst die Augen geöffnet: »Ich wusste nicht, wie prekär für bestimmte Bevölkerungsgruppen das Leben hier ist.«

Zum Beispiel für Bewohner, die im Stadtteil alt geworden sind und die es nun nicht mehr schaffen, in den schmucken Altbauten bis zur zweiten, dritten oder vierten Etage hochzusteigen: »Wenn sie hierbleiben wollen, gibt es im Grunde keine Alternative, weil es zu wenig Wohnraum gibt für Menschen mit Assistenzbedarf.«

Diese und andere Einsichten verdankt die Kirchengemeinde der Quartiersentwicklerin, mit der sie seit fast fünf Jahren zusammenarbeitet. Ausschlaggebend für diesen Schritt war die Einsicht, für größere Projekte weder genug Leute noch genug Geld zu haben. »Aber wir hatten die Hoffnung, dass es Menschen und Initiativen im Stadtteil gibt, mit denen wir gut gemeinsame Sache machen können.« Diese Akteure zu finden und zusammenzubringen, ist Aufgabe professioneller Quartiersentwicklung.

Omar schraubt im Souterrain

Ortstermin in Winterhude am Gemeindehaus der Heilandskirche. Ein paar Stufen führen hinab ins Souterrain in einen weißgetünchten Raum, vollgestopft mit Werkzeug und Ersatzmaterial. Mittendrin hockt Hojat vor einem gespendeten Fahrrad und baut die Pedalnabe aus. Omar schraubt an einem silberfarbenen Herrenrad. Die Beleuchtung funktioniere nicht, sagt er in gebrochenem Deutsch. Und dass er das Rad mitnehmen dürfe, wenn er zuvor vier Stunden bei der Reparatur geholfen hat. »So holen wir die Flüchtlinge aus dem Einerlei ihrer Unterkünfte. Und mit dem Rad sind sie dann mobil, können zu ihren Sprachkursen fahren«, sagt Klaus Schepe. Mit einem Team von Ehrenamtlichen leitet der Ruheständler die Flüchtlinge bei den Reparaturen an.

Die Fahrradwerkstatt wurde im Sommer vergangenen Jahres eingerichtet. Sie ist ein Beispiel dafür, wie die Kirchengemeinde mit anderen sozialen Akteuren im Stadtteil gemeinsame Sache macht. Am Anfang stand die Frage: Wer kann welchen Beitrag leisten, damit die Flüchtlinge sich so schnell wie möglich integrieren können? Die Kirchengemeinde brachte als Kapital ihre Räume ein, das Stadtteilkultu

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