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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2016
CETA, TTIP und TISA stoppen! Fairhandel statt Freihandel
Der Inhalt:

Zeichnen wie Gott in Frankreich

Jenseits des Rheins isst man nicht nur gut, Frankreich ist auch ein Schlaraffenland für Comic-Liebhaber. Die neunte Kunst heißt dort »Bande Dessinée« und hat eine lange Tradition

In Angoulême sind selbst die Straßenschilder als Sprechblasen gestaltet. Die Comic-Hauptstadt Frankreichs ist eine beschauliche Kleinstadt, die mit einer auf Comics spezialisierten Hochschule aufwartet, dazu mit der Cité de la Bande Dessinée: Dieses weltweit einmalige Zentrum besteht unter anderem aus einem Comic-Museum, einer Bibliothek mit vielen Tausend Bänden und 24 Künstlerateliers. Alljährlich fallen hier im Januar für wenige Tage rund 200 000 Besucher für das Internationale Comic-Festival ein.

Dieses Jahr machte das bereits 1974 gegründete Event allerdings vor allem negative Schlagzeilen: Erst stand auf der Longlist für den wichtigen Preis von Angoulême keine Frau, woraufhin sich die Hälfte der Nominierten zurückzog. Die Behauptung der Veranstalter, die Szene biete nicht genügend gute Frauen, ist durch die 2016 beim Erlanger Comic-Salon Ausgezeichneten und die aktuelle Ausstellung »ComixCreatrix – 100 Women Making Comics« in London hinreichend widerlegt. Kulturministerin Fleur Pellerin fand denn auch fünf Zeichnerinnen, die sie prompt in den Rang von »Chevaliers des Arts et des Lettres« erheben konnte. Dann schloss das Festival auch noch mit einer peinlichen Aktion, die angeblich lustig sein sollte: einer falschen Preisverleihung. Den vermeintlich ausgezeichneten Künstlern wurde ihr Preis nach wenigen Minuten wieder aberkannt; nicht alle verstanden den Scherz.

Über diesen zweifachen Aufruhr haben die französischen Zeitungen so intensiv berichtet, dass ihn jeder durchschnittlich interessierte Zeitungsleser mitbekommen musste – ein vergleichbarer Vorfall beim Comic-Salon oder dem Münchner Comic