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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2016
CETA, TTIP und TISA stoppen! Fairhandel statt Freihandel
Der Inhalt:

Würde Luther heute twittern?

Die Verleihung der theologischen Ehrendoktorwürde an den Journalisten und Juristen Heribert Prantl (vgl. seine Dankesrede oben) bildete den Höhepunkt der Feierlichkeiten zum fünfzigjährigen Bestehen des Lehrstuhls für »Christliche Publizistik« an der Universität Erlangen. Ursprünglich gegründet, um Theologiestudierende mit den Eigengesetzlichkeiten der Medien vertraut zu machen und sie zu befähigen, über die Reichweite von Fachzeitschriften hinaus christliche Themen zu erörtern, steht man heute vor völlig neuen Fragen. Von sieben Millionen Lesern, die die evangelische Kirche 1966 noch über ihre Printprodukte erreichen konnte, ist nur ein Bruchteil übrig geblieben. Es gilt, die binnenkirchliche Milieuverengung zu durchbrechen und neue Formen kirchlicher Vergemeinschaftung zu suchen. Aber wie? Darüber wurde bei der Jubiläumstagung leidenschaftlich diskutiert. Soll man sich eher als religiöser Subunternehmer und Dienstleister verstehen, der mit zum Teil hoch subventionierten Produkten wie etwa dem Gratis-Magazin Chrismon, der evangelischen Presseagentur epd oder Filmproduktionsgesellschaften auf indirekte Weise ein Massenpublikum an evangelische Themen heranführen möchte?

Jörg Bollmann, Direktor des Gemeinschaftswerkes der evangelischen Publizistik, rechtfertigte diese Position anhand des jüngsten Berliner »Tatorts«, der von Eikon-Film produziert wurde, einer Firma, deren Gesellschafter verschiedene Landeskirchen und evangelische Werke sind. Dazu passte inhaltlich der Vortrag des Erlanger Theologen Hans Jürgen Luibl, der Religion als Unterhaltung skizzierte, wobei er diesen Begriff freilich sehr differenziert un