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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2016
CETA, TTIP und TISA stoppen! Fairhandel statt Freihandel
Der Inhalt:

Urteile und Vorurteile

Terror und tägliche Todesangst: Ist die islamische Welt noch zu retten? Was uns Nizza und Istanbul lehren

Nein, sie müssen nicht um Entschuldigung bitten. Muslime weltweit sind nicht die Täter von Nizza. Sie fahren nicht mit einem Kühllaster in eine Menschenmenge. Sie erschießen keine Polizisten. Sie putschen auch nicht gegen einen türkischen Staatspräsidenten. Ebenso wenig lynchen sie Soldaten in dessen Namen. Sie sind keine islamistischen Terroristen. Sie sind keine Diktatoren. Sie sind keine Mörder. Sie haben nicht die falsche Religion.

Muslime gehören zu Deutschland. Zu Frankreich. Und zur Türkei. Sie gehören noch zu vielen anderen Gesellschaften dieser Erde. Aber sie haben seit einiger Zeit ein großes Problem: Immer wieder tauchen Menschen auf, die im Namen des Islams die fürchterlichsten Verbrechen begehen. Es ist verdammt schwer, diese Verbrecher zu stoppen. Sie handeln wie Partisanen. Sie brauchen kein großes Kriegsgerät. Und sie hängen nicht an ihrem eigenen Leben. Märtyrer wird man in ihrer Ideologie, wenn man umkommt, während man Menschen tötet. Es ist pervers. Und es hat mit Religion zu tun.

In dem meisten Staaten des Nahen und Mittleren Ostens sowie Nordafrikas ist der Islam die vorherrschende Religion. Es sind Staaten, von denen die meisten eine koloniale Vergangenheit haben. Ihre Bewohner leben in dem Bewusstsein, dass ihre Vorfahren ausgebeutet, später irgendwann einfach abgehängt wurden von übermächtigen Europäern. Wirtschaftlich und politisch hatte das massive Folgen. Weitgehend unbeachtet sind die Folgen kultureller Natur: Der Niedergang der islamischen Welt wird von einer großen Zahl heutiger Muslime als schwere Kränkung empfunden. Auf der Suche nach einem Ausweg aus der Misere taucht der Islam als rettender Anker auf: jener Islam »der frühen Zeit«, wie es heißt, als die Welt n