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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2016
CETA, TTIP und TISA stoppen! Fairhandel statt Freihandel
Der Inhalt:

Ethischer Handel statt Wirtschaftsdiktatur

Wie Welthandel auch Menschenrechte, Gerechtigkeit und eine nachhaltige Entwicklung fördern könnte, erläutert Gemeinwohl-Ökonom Christian Felber

Publik-Forum: Herr Felber, was spricht eigentlich gegen eine Vision von Freihandel, die Märkte öffnet und Menschen und Unternehmen mehr Möglichkeiten bietet?

Christian Felber: Freihandel sollte zum Unwort des Jahrzehnts oder gar des Jahrhunderts werden. Denn Handel ist kein Ziel an sich, es ist ein Mittel. Ziele der Politik sind die Umsetzung der Menschenrechte, die Einhaltung der Grundwerte, eine global nachhaltige Entwicklung, sozialer Zusammenhalt oder kulturelle Vielfalt. Freihandel würde bedeuten, dass das Mittel keine Rücksicht mehr auf die Ziele nimmt. Das ist der Fehler. Handel ist ein Mittel, das die genannten Ziele befördern oder gefährden kann. Je nachdem braucht es mehr, weniger oder eine andere Art von Handel.

Was könnte Freihandel bedeuten ...?

Felber: ... dass wir den Umweltschutz, die Grundrechte und die Demokratie aufheben. Dann handeln wir mit Bäumen aus Kahlschlag, mit Kleidung aus Kinderarbeit, mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln und mit ehemals öffentlichen Dienstleistungen, die durch Korruption privatisiert wurden.

Wer sind die eigentlich treibenden Kräfte hinter dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA?

Felber: Die ganze Bandbreite der Lobbys. Das reicht vom Verband der US-Schweineproduzenten, der ein Ende des EU-Verbots des Supergifts Ractopamine wünscht, über Konzerne wie Chevron, der sich leidenschaftlich für Konzernklagerechte einsetzt, bis zu den beiden Schlüsselplayern Business Europe hüben und US