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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2022
Mehr als Vater, Mutter, Kind
Familie hat sich längst gewandelt. Höchste Zeit, dass die Politik nachzieht
Der Inhalt:

Absichtsloses Glück

von Johann Hinrich Claussen vom 08.07.2022
Über das Gedicht »Gabe« von Czeslaw Milosz
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Darf man »in diesen Zeiten« Gedichte lesen, ja sogar Gedichte über das Glück? Das ist keine rhetorische Frage. Sie ist ernst gemeint. Denn die Gegenwart ist beherrscht von katastrophalen Nachrichten und die Zukunft von apokalyptischen Vorhersagen. Man muss die lange und verfluchte Liste der Unglücke nicht vorbeten, alle haben sie vor Augen und auf dem Herzen. Sorge, Verzagtheit, Angst und damit verbunden Empörung und Wut bestimmen das gesellschaftliche Gespräch und die individuelle Gemütslage. Und da will ein Dichter einem ausgerechnet mit dem Glück kommen?

Mit epochalen Katastrophen und furchtbarstem Unglück war der polnische Dichter Czesław Miłosz wohlvertraut. 1911 wurde er in dem Dorf Seteniai im damaligen russischen Imperium und heutigen Litauen geboren. Der Erste Weltkrieg und die anschlie

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