Vatikanische Archive: Missbrauch in Schönstatt
Die Öffnung der Archive zu Papst Pius XII. (Publik-Forum 04/2020) hat neue Erkenntnisse über die Schönstattfamilie ans Licht gebracht. Historikerin Alexandra von Teuffenbach hat Material gefunden, das zeigen soll, dass der Gründer der geistlichen Erneuerungsbewegung, Josef Kentenich, Macht missbraucht und sexualisierte Gewalt gegenüber den Marienschwestern ausgeübt habe. Ein Visitator berichtet von familienähnlichen Strukturen, wobei Kentenich als Vater übermächtig und beherrschend agiert habe. Die Frauen mussten ihn etwa fragen, ob sie zur Toilette gehen dürften. Außerdem habe er zur Beichte gezwungen. Der Vatikan hatte Kentenich 1951 ins Exil in die USA geschickt. Die Gründe waren bisher unbekannt, vermutet wurden theologische Vorbehalte. 1965 rehabilitierte Papst Paul VI. Kentenich, bevor dieser 1966 starb. Seit 1975 läuft ein Seligsprechungsverfahren.
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