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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2020
Der Gott von gestern
Warum die Kirchen in der Krise sprachlos sind
Der Inhalt:

Gefährliches Hobby?

von Markus Dobstadt vom 10.07.2020
Vorgespräch: Viele Chöre beginnen jetzt wieder zu proben. Wie geht das? Fragen an die Leiterin des Bad Homburger Bachchores, Susanne Rohn
BU machen (Foto: privat)
BU machen (Foto: privat)

Publik-Forum: Frau Rohn, durch Corona ist Singen »Das gefährlichste Hobby der Welt« geworden. So besingen es die »Happy Disharmonists« auf Youtube. Trotzdem wollen Sie jetzt wieder mit den Proben beginnen. Wie regeln Sie das?

Susanne Rohn: (lacht) … das Video ist gut … Ja, Singen ist offenbar sehr gefährlich, weil sich das Virus dabei weiter verbreitet als beim Sprechen. Die Kirchen sind da noch vorsichtiger als die Politik. Wir singen bisher nur jeweils zu zehnt. Mein Bachchor hat aber 140 Mitglieder. Deshalb probe ich jetzt jeden Abend mit Kleingruppen und bereite kleinere Auftritte vor.

Wo treten Sie da auf?

Rohn: In den Gottesdiensten in der Bad Homburger Erlöserkirche. Die ist sehr groß. Wir verteilen uns auf der Empore, mit viel Abstand zueinander und zur Gemeinde. Zwei Sopranstimmen, zwei Alt, drei Tenöre und zwei Bässe. Das ist anstrengend, denn einzeln zu singen sind sie nicht gewohnt.

Braucht man im Chor nicht auch die Stütze des Nachbarn oder der Nachbarin?

Rohn: Ich war noch vor Corona in Ungarn und habe gesehen, wie dort bei der Probe eines Knabenchors immer ein Stuhl zwischen den Sängern stand. Jeder sollte seine Stimme hören. Einzeln singen schult.

Sind die Sänger jetzt nach dem Lockdown eingerostet? So wie untrainierte Sportler?

Rohn: Ein bisschen schon, denn Stimmbänder sind ja auch Muskeln. Aber unser Chor hat nicht völlig aufgehört zu singen. Eigentlich wollten wir im Herbst mit einem französischen Chor in Paris ein großes Friedenskonzert zu 75 Jahre Kriegsende

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