Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2019
Raus aus der Angst!
Kirchentag 2019. Worauf man vertrauen kann
Der Inhalt:

Vielstimmiges Experiment mit Chor und Pianist

Neo-Klassik. Am Anfang stand die Idee: ein Experiment unter dem Titel »Two Play«. Der Gewandhauschor Leipzig unter seinem Leiter Gregor Meyer traf eine Spielzeit lang auf den jungen Pianisten und Komponisten Martin Kohlstedt. In öffentlichen Proben und Gesprächen konnte das Publikum sowohl vor Ort als auch im Internet einen Prozess verfolgen, bei dem aus dem Aufeinandertreffen der Beteiligten neue und spannende Musik entstand. Uraufführung war am 8. Juni 2018, anschließend wurde »Ströme« gemeinsam aufgenommen. Dabei handelt es sich um acht Stücke, die aus der Kombination von modularen Kompositionen Kohlstedts entstanden sind. Der Thüringer Künstler entwickelt und kombiniert seine Kompositionen ständig neu und weiter. So wird aus einem Modul, das er nach eigener Aussage schon in früher Jugend zu Hause im Wohnzimmer der Eltern spielte, zusammen mit einem anderen, das erst 2017 entstand und die verkörperte Ruhe darstellen sollte, ein neues Stück. »Es brauchte etwas Überwindung, die beiden Welten zusammenzuführen«, schreibt Kohlstedt auf seiner Facebook-Seite. »Aber wer hat nicht genug Mumm, wenn ein siebzigköpfiger Chor hinter dir steht und alles verbindet.«

Genau das macht die Faszination dieses Albums aus: Eine Vielzahl einzigartiger Stimmen – mal als gewaltiger Stimmkörper, mal als vereinzelt im Raum umherwandernde Melodiequellen, mal auch nur flüsternd oder rhythmisch atmend – formt Räume, in die Martin Kohlstedt seine Pianoläufe und Keyboardflächen, Akkordtupfer und Klangstrahlen, elektronischen Samples und Effekte einfügt, mal den Chor unterstützend und fortschreibend, mal vordergründig gegen ihn spielend und neue Wendungen herausfordernd.