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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2018
Die geheimnisvolle Kraft der Kreativität
Der Inhalt:

Unser Dach

Über den bleibenden Wert christlicher Glaubensbekenntnisse

Kürzlich hörte ich im Gottesdienst ein modernes Glaubensbekenntnis. Es klang ungefähr so: Ich will glauben, dass Menschen besser sind, weil sie sich mehr kümmern um ihre Mitmenschen. Ich werde nicht glauben an Mauer, Grenze, Rassen. Ich will glauben an freie Länder, offne Häuser, gastliche Menschen in allen Farben des Regenbogens. Ich werde nicht glauben an ein unglückliches Ende. Ich will glauben an einen neuen Anfang, wo alles geheilt und gleich verteilt ist. Keine Frage: Das ist flott formuliert, trifft die Sprache unserer Zeit. Trotzdem hat es mich gestört. Ich fragte mich: Bin ich altmodisch geworden? Konservativer? Und ich fragte mich, was dafür spricht, vertraute Glaubensbekenntnisse beizubehalten.

Als das Große Glaubensbekenntnis entstand, waren Christen eine kleine Sekte, die sich auf dem boomenden Markt der Religionen etablieren wollten. Weil es jede Menge Konkurrenten gab, musste man in Abgrenzung und Widerspruch sagen, was das Eigene, Spezifische war. Seit biblischen Zeiten sind die Grundbekenntnisse weithin gleich geblieben: Die Märtyrer der frühen Kirche sind dafür gestorben. Die frisch getauften Könige des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation haben sich darauf verpflichten lassen. Die Mönche im 9. Jahrhundert haben in ihnen den Auftrag zur Kulturbewahrung erkannt. Die Inquisitoren der frühen Neuzeit haben diese Worte gebraucht – und missbraucht. Und Leute aller Jahrhunderte hatten sie hoffnungsvoll im Herzen. Für mich heißt dies: Bekenntnisse gehören nicht mir, nicht unserer Generation. Sie gehören der unsichtbaren Kirche. Wir sollten sie uns nicht so zurechtschneidern, dass sie heute leichter von den Lippen gehen.

Zum historischen kommt ein the