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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2017
Wem gehört die Welt?
Einblicke in die Machtverhältnisse des globalen Kapitalismus
Der Inhalt:

Was mir die Reformation bedeutet: Unser Freundschaftsweg

vom 07.07.2017

Die ersten großen Feierlichkeiten des Reformationssommers sind vorbei. Die Debatten um das Erbe Martin Luthers und die politische Wirkungsgeschichte der Reformatoren, an denen sich auch Publik-Forum mit mehreren Beiträgen beteiligt hat, bestimmen nicht mehr das Feuilleton oder die Kultursendungen im Fernsehen. Aber wir halten die Frage wach.

In unserer neuen Reihe: »Was mir die Reformation bedeutet« antworten Menschen persönlich auf die Frage, wann und wo sie einen Zugang zum Weltereignis Reformation gefunden haben. Bin ich in meinem Denken, Handeln oder Fühlen, in meiner Arbeit oder in meinem Glaubensleben einmal auf die Anliegen der Reformatoren gestoßen – und was hat sich dadurch verändert? Wir haben bewusst keine Bischöfe, Professoren oder kirchlichen Funktionäre angefragt, sondern uns auf Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben und weniger bekannte Mitbürger konzentriert. Konfession oder Kirchenzugehörigkeit spielte keine Rolle.

Den Auftakt macht Christian Weisner von der katholischen Reformbewegung Wir sind Kirche.

Aufgewachsen bin ich als Katholik in dem überwiegend evangelischen Schleswig-Holstein, in der »Diaspora«. So hieß das in den 1950er-Jahren, und so lebten wir auch: als kleine Minderheit, der das Trennende zwischen den Konfessionen wichtiger war als das Gemeinsame. Der Religionsunterricht war apologetisch ausgerichtet, Ökumene noch ein Fremdwort. Es war schon etwas Besonderes, dass wir während der Renovierung der katholischen Stadtkirche in Kiel unsere Gottesdienste im evangelischen Gemeindehaus feiern konnten. Dass meine Freundin in der Studienzeit evangelisch und sogar Pastorentochter war, galt noch als Skandal.

Welch einen Epochenwechsel bedeutete da das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965), das Papst Johannes XXIII. einberufen hatte. Ursprünglich war es sogar als Ökumenisches Konzil gedacht. Aber auch so hat es eine große Öffnung gegenüber den Anliegen der Reformation gebracht. Für mich, Jahrgang 1951, fiel die kirchliche Aufbruchsstimmung mit meiner jugendlichen Aufbruchszeit zusammen und prägt mich bis heute. Dieses Konzil hat den Absolutheitsanspruch der römischen Kirche aufgehoben, die Ökumene zu den Kirchen der Reformation und zur Orthodoxie eröffnet, die Probleme der ganzen Welt in den Blick genommen, die Feier des Gottesdienstes in der Muttersprac

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