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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2017
Wem gehört die Welt?
Einblicke in die Machtverhältnisse des globalen Kapitalismus
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 07.07.2017

Seyran Ates, Juristin und Mitbegründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, hat der Fatwa, dem islamischen Rechtsgutachten der Fatwa-Behörde in Ägypten, widersprochen. Die Fatwa-Behörde, nach der al-Azhar-Universität in Kairo die zweitwichtigste einheimische Lehrinstitution, sprach sich scharf gegen die von der türkischstämmigen Frauenrechtlerin gegründete, neue Moschee aus. Das Fatwa-Amt hatte erklärt, gemischte Gebete, die von einer Frau ohne Kopfbedeckung und einem Mann geleitet werden, verstießen gegen die Regeln des Islams und seien deshalb »nicht gültig«. In einer Erwiderung des Vorstands der Moscheegemeinde heißt es: »Wir möchten das Fatwa-Amt höflich darauf hinweisen, dass nur Allah Gebete annehmen oder ablehnen kann und dass keine Person oder Institution die Position einnehmen kann, für unseren allmächtigen Gott zu sprechen.« Auch die staatliche Religionsbehörde der Türkei, Diyanet, kritisierte die liberale Berliner Moschee und brachte sie in Verbindung mit der in der Türkei massiv verfolgten Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen.

Nizan Stein Kokin ist zur ersten konservativen Rabbinerin in Deutschland ordiniert worden. Sie stammt aus einem christlichen Elternhaus, konvertierte 1999 zum Judentum und gehört den Masorti an, einer konservativen jüdischen Denkrichtung, die sich zwischen Orthodoxie und Reformjudentum verortet. Die Masorti legen Wert auf Tradition, haben aber kein Problem mit Frauen in geistlichen Ämtern. Für Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden, ist diese erste Masorti-Ordination »Ausdruck und Symbol der wachsenden Vitalität der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland«.

Gottfried Backhaus, ehemaliger kirchenpolitischer Sprecher der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt, hat seine Fraktion verlassen. Die AfD Sachsen-Anhalt vertrete immer mehr »extreme Auffassungen«. Die Führung des Landesverbandes »erlebe ich als kirchenfeindlich, was seine Berechtigung haben mag. Aber was ich nicht gutheißen kann, ist die Feindlichkeit gegenüber dem Christentum«.

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