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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2020
Erbsünde Rassismus
Schwarze Befreiungstheologie von der Sklaverei bis zur Ermordung George Floyds
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 26.06.2020

Joachim Negel
Freundschaft
Herder. 534 Seiten. 45 €

Joachim Negel, Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Fribourg, spürt dem, was »Gott« uns bedeuten könnte, im Durchbuchstabieren der Lebensform »Freundschaft« nach. Das ist herausfordernd. In »literarischen Essays« führt er von der antiken und frühchristlichen Geistesgeschichte durch vielfältige Formen der Freundschaft zur Gottesfreundschaft. Zunächst überrascht der Autor mit einer Bilderserie: Jedes Bild zeigt einen überraschenden Aspekt der Freundschaft. Die »Einblicke« behandeln nacheinander verschiedene Formen von Freundschaft. Beispielhaft sei das Kapitel »Jenseits der Normen« hervorgehoben, in dem Negel homoerotische und lesbische Freundschaften würdigt und fragt, ob Gott in Menschen ein Liebesbegehren weckt, das zu leben ihnen dann verboten ist? In jeder ehrlichen Freundschaft geschieht, was wir nicht machen, sondern was uns widerfährt oder zuteil wird. Kann man Gott zum Freund haben? Negel sieht in der Gottesfreundschaft eine Art »Tiefenresonanz« zwischen göttlichem Weltgrund und Mensch. Der Abstand zwischen Gott und dem Menschen wird durch Jesus überbrückt. Er bringt uns in seinem Wort und Handeln Gott als »Freund« nahe. Zuletzt rundet sich Freundschaft ab in der Trinität als Urbild gelingender Freundschaft. Helmut Jaschke

Peter Neuner
Der lange Schatten des I. Vatikanums
Herder. 240 Seiten. 28 €

In dieser theologisch-kirchenpolitischen Studie zeigt der ehemalige Münchner Dogmatiker auf, wie sehr das I. Vatikanische Konzil (1869/70) mit seinem heftig umstrittenen Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes noch heute die innerkatholische Debatte bestimmt, die Umsetzung der Neuansätze des II. Vatikanischen Konzils (1962-65) in die kirchliche Praxis »blockiert« und die theologischen Gespräche mit den anderen Kirchen erschwert. Autorität und Gehorsam gegen Synodalität und Selberdenken, dogmatisches gegen geschichtliches Denken, Betonung des Primats des Papstes gegen den Glaubenssinn des gesamten Kirchenvolkes – das sind einige zentrale Pole, über die Konservative und Reformer streiten. Peter Neuner schildert kenntnisreich, fundiert und vorsichtig abwägend die Geschehnisse auf dem I. Vatikanum, die »Kehrtwende« auf dem II. Vatikanum und die Debatten bis

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