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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2019
Was ist heilig?
Der Inhalt:

Nachgefragt: Homosexuelle umpolen?

Die Bundesregierung möchte sogenannte Konversionstherapien verbieten. Fragen an Thomas Pöschl von der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche

Publik-Forum: Herr Pöschl, was ist eine »Konversionstherapie«?

Thomas Pöschl: Das ist der Versuch, die Homosexualität eines Menschen in heterosexuelles Begehren und Verhalten umzuwandeln. Wir haben uns in der HuK (Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche) schon vor zehn Jahren intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt: Damals waren in Deutschland einige christliche Gruppen aktiv, die solche »Heilungen« propagiert haben, etwa der Verein »Wüstenstrom«. Es hat sich aber gezeigt, dass diese Versuche alle mehr oder weniger gescheitert sind; später haben sich auch etliche der Verantwortlichen davon distanziert.

Die Bundesregierung will solche Therapien jetzt verbieten. Was halten Sie davon?

Pöschl: Ein solches Verbot ist auf jeden Fall richtig! Zum einen hat Spahn recht, wenn er sagt: »Homosexualität ist keine Krankheit, und da gibt es nichts zu therapieren.« Zum andern weiß man, dass diese Therapieversuche bei den Betroffenen zu schweren psychischen Schäden, zu Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken oder suizidalen Handlungen führen können. Kurz gesagt: Die Behandlungen sind sinnlos und schädlich.

Experten schätzen, dass bis zu tausend Menschen pro Jahr solche Angebote in Anspruch nehmen. Was sind das für Menschen?

Pöschl: In der Regel geschieht das vor einem religiösen Hintergrund. Manche Menschen haben den Wunsch oder die Sehnsucht die Homosexualität loszuwerden, weil sie sie als sündhaft verstehen. Besonders verbreitet sind solche fundamentalistischen Auffassungen im evangelikalen Bereich – wobei ich auf