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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2017
Im Herzen die Freiheit
Iran: Reise in ein Land der Widersprüche
Der Inhalt:

Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!): Sehr geehrter Herr Pfarrer Müller,

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ich möchte gerne auf Ihren Brief antworten, mit dem Sie die Forderung des Handelsverbandes unserer Stadt nach einer Erweiterung der verkaufsoffenen Sonntage zurückgewiesen haben. Ihre Begründung ist, dass der Sonntag der Erholung und Regeneration dienen müsse und nicht dem Kommerz geopfert werden dürfe. Außerdem solle er den Menschen den Kirchgang ermöglichen.

Nun, sehr geehrter, lieber Herr Pfarrer, zumindest für meinen Geschäftsbereich treffen Ihre Vorbehalte nicht zu. Ich unterhalte in der Stadt drei schöne Sex-Shops. Fast alle Menschen haben Sex, auch und gerade am Sonntag, und das rund um die Uhr: die einen lieber am frühen Morgen, die anderen zum Frühstück, wieder andere lieben die Liebe am Mittag, andere am Nachmittag oder gegen Abend und sehr viele romantisch in die Nacht hinein. Sex dient der Erholung, der Muße, er bringt und hält die Menschen zusammen (auch wenn es hin und wieder nur für kurze Zeit ist), und er sorgt in vielen Fällen für Nachwuchs und sichert damit letztlich die Renten der nachfolgenden Generationen. Sex ist die schönste Umsetzung des kirchlichen Gebots der Nächstenliebe! Und Tantra-Sex hat sogar etwas Meditativ-Mystisches, nicht wahr, Herr Pfarrer?

Von daher ist doch wohl nachvollziehbar, dass es Sinn macht, mein Angebot gerade auch sonntags zur Verfügung zu stellen: Infomaterial, Aufklärung, Sexspielzeug, Hilfen etc. – solches suchen und brauchen die Menschen. Ein Geschäft wie meines, das in besonderer Weise der Nächstenliebe und dem Glück der Menschen dient, sollte gerade am Sonntag nicht behindert werden. Und nicht zuletzt schaffen wir ja Arbeitsplätze und sorgen dafür, dass insbesondere junge Menschen nicht immer nur auf den Straßen herumlungern.