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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2017
Im Herzen die Freiheit
Iran: Reise in ein Land der Widersprüche
Der Inhalt:

Die Würde bewahren

von Annette Lübbers vom 23.06.2017
Montags treffen sich in Siegen Krankenhausmitarbeiter zum Gebet: Ihr Motto: »Wa(h)re Gesundheit, da hilft nur noch beten?!«
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(Foto: Anti-Atom-Tour/Pay Numrich)
(Foto: Anti-Atom-Tour/Pay Numrich)
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Wenn es um die Arbeitssituation von Pflegern und Krankenschwestern geht, wird Pfarrerin Ute Waffenschmidt-Leng drastisch: »In vielen Einrichtungen werden Schwestern und Pfleger verheizt. Der Alltag in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nimmt Pflegenden und Gepflegten gleichermaßen die Würde.« Der Grund dafür: »In unserem Gesundheitssystem werden Behandlungen und Pflege zur Ware, und es geht ums Geld.« Die Pfarrerin der evangelischen Martini-Gemeinde in Siegen kennt sich im Krankehaus aus: Lange vertrat sie den Kirchenkreis im Verwaltungsrat der Diakonieklinik in Siegen. Sie ist überzeugt: »Wer seinen Krankenpflegeberuf an ethischen Grundsätzen ausrichtet, kann nur verzweifeln.«

Um dieser Verzweiflung einen Raum zu geben – aber auch der Klage darüber und dem Protest dagegen –, hat sie vor vier Jahren die Initiative »Wa(h)re Gesundheit, da hilft nur noch beten?!« gegründet – gemeinsam mit Astrid Greve, der Vorsitzenden der Gustav-Heinemann-Friedensgesellschaft. Jeden Montag um 18 Uhr lädt die Initiative zum Gebet in die Siegener Martini-Kirche ein: Rund 15 bis 20 Krankenschwestern, Krankenpfleger und Gemeindemitglieder treffen sich, singen, beten, schweigen. Zu Fürbitten und Klagen wird das Kyrie gesungen und es werden Kerzen angezündet. Danach ist Zeit für einen Gedankenaustausch. Den Abschluss bildet ein Segenslied.

Genauso wichtig wie beten ist es für Ute Waffenschmidt-Leng, die öffentliche Diskussion anzustoßen. Und auch die Kirchen sieht sie in der Verantwortung. Deshalb wandte sie sich voriges Jahr in einem offenen Brief an Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Doch die verwies das Anliegen ihrer Pfarrerin an den Leiter des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe.

»Von dort wurde mir dann erklärt, man tue doch schon so viel. Und gegen das komplizierte Politik-Lobby-Geflecht lasse sich eh nichts machen.« Ute Waffenschmidt-Leng schüttelt den Kopf. »Ohne neue gesetzliche Rahmenbedingungen tut auch meine Kirche – nichts. Dabei wäre es an ihr, neue Maßstäbe zu setzen, den Widerstand gegen das ökonomisierte System zu organisieren und so Druck auf die Politik auszuüben.« Druck, den die Initiative auch selbst organisieren will. Mit der Gewerkschaft ver.di und der Organisation Pflege am Boden

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