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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2017
Im Herzen die Freiheit
Iran: Reise in ein Land der Widersprüche
Der Inhalt:

Streitfragenzur Zukunft: Ist Selbstverwirklichung eine Sackgasse?

Leserstimmen Manfred Lütz meinte: Ja. Werner Tiki Küstenmacher sagte: Nein. Nun haben die Leserinnen und Leser das Wort

Der echten Selbstverwirklichung geht es um das persönliche Wachsen und Reifen des Menschen. Damit wird die möglichst volle Entfaltung seiner Potenziale und Talente angestrebt; das Hineinwachsen in die einzigartige Persönlichkeit, die man »ist«; die Stärkung innerer Freiheit und die zunehmende Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen. Selbstverwirklichung bedeutet, mehr Klarheit über sich selbst zu gewinnen und damit mehr Verständnis für das Leben und die Mitmenschen; das Weiterschreiten auf den Stufen der Welt-Erkenntnis. Auf diesem Weg werden Selbstakzeptanz und Selbstliebe gefördert. Sie wiederum sind ein tragendes Fundament für die Nächstenliebe und für das gelingende Miteinander in Gesellschaft und Kultur. Und letzten Endes gipfelt Selbstverwirklichung für uns Christen in der »Christus-Verwirklichung«. Welches Geschenk! Dieter Hirsmüller, Wehr

Herr Lütz übersieht, dass Gottes Name immer wieder von den Herrschenden für ihre Zwecke missbraucht wird. Die Forderung der Nächstenliebe wird dabei zum Vehikel für Machtinteressen gesellschaftlicher Gruppen, auch in der Kleingruppe der Familie. Selbstverwirklichung ist in autoritären Regimen verpönt, denn sie verlangt ein gewisses Maß an Freiheit. Die 68er versuchten sich aus diesen Zwängen zu befreien, oft etwas blauäugig und radikal, vertraten aber auch wichtige Ziele wie Emanzipation und Demokratie. Diese sind leider aus der Mode gekommen, und auch Selbstverwirklichung im guten Sinn ist nicht mehr gefragt. Heute geht es, wie Manfred Lütz richtig feststellt, um Selbstoptimierung. Auch hier geht es um Unterordnung unter fremde Interessen. Wer sich nicht mit der Ausbeutung seiner Perso