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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2017
Im Herzen die Freiheit
Iran: Reise in ein Land der Widersprüche
Der Inhalt:

Ein bisschen Spaß muss sein

Wie man den Sonntag angemessen begeht, daran scheiden sich stets die Geister. Fragen an den Historiker Craig Harline

Publik-Forum: Professor Harline, wer hat eigentlich den Sonntag erfunden?

Craig Harline: Es ist nicht selbstverständlich, einen Wochentag besonders hervorzuheben. Bei den Griechen und den Römern war jeder Wochentag einem »Planeten« gewidmet, der einem Gott unterstand, daraus leiten sich auch unsere heutigen Wochentagsnamen ab. Die Wochentage waren aber gleichwertig. Julius Cäsar war mit dem Sabbat vertraut, den die Juden seit der babylonischen Gefangenschaft halten. Sonntag, der Tag nach dem Sabbat, wurde zum ersten Tag der Woche. Die Christen wurden von der römischen Praxis beeinflusst. Die Römer huldigten am ersten Tag der Woche dem Sonnengott: Sonntag. Die Christen dem Auferstandenen. Sonntag als »Tag des Herrn« kam im 2. Jahrhundert auf und war um 800 in Europa verbreitet.

Moment, der christliche Sonntag stammt gar nicht direkt vom jüdischen Sabbat ab?

Harline: Eher über Umwege und Abgrenzungen: Da sich Christen und Juden in den Anfängen des Christentums in einer Konkurrenzsituation befanden, wollten die Christen mit dem Sabbat eigentlich nichts zu tun haben. Justin der Märtyrer (hingerichtet 165 n. Chr.) argumentierte: Die verdorbenen Juden brauchen einen heiligen Tag, der sie an ihre Pflichten gegenüber Gott erinnert. Bei uns Christen hingegen ist jeder Tag heilig.

Wie wurde der Sonntag ein christlicher Feiertag?

Harline: Christen feierten schon früh die Auferstehung Jesu am ersten Tag der Woche, also dem Tag nach dem Sabbat. Eigentlich sahen sie ihn als achten Tag: die Auferstehung Jesu als Vollendung nach der Sieben-Tage-Schöpfung. Aber d