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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2017
Im Herzen die Freiheit
Iran: Reise in ein Land der Widersprüche
Der Inhalt:

Es stinkt zum Himmel

Weil in Großställen viel zu viel Gülle anfällt, verunreinigt Nitrat das Grundwasser

Mit »guter Landluft« hat dieser Gestank nichts mehr zu tun: Wenn die Gülle aus Ställen mit Hunderten von Schweinen oder Tausenden von Hühnern auf die Felder gebracht wird, stinkt es bestialisch. Diese Mischung aus Kot und Urin von Schwein, Rind oder Geflügel ist an sich ein guter Dünger. Doch fällt in den großen, agroindustriellen Tierställen mehr davon an, als die Pflanzen auf den Äckern aufnehmen können. Die Folge: Das in der Gülle enthaltene Nitrat gelangt ins Grundwasser. Vor allem in Regionen mit Massentierhaltung liegen die Werte häufig über den gesundheitlich unbedenklichen Grenzwerten. Schon vierzig Prozent des Grundwassers in Nordrhein-Westfalen sind in schlechtem Zustand. Verschärft wird das Problem durch Gülle-Importe aus den Niederlanden: Dort wurde die Gülle-Menge, die ausgebracht werden darf, gesetzlich begrenzt. Weshalb sie jetzt auch auf deutschen Äckern landet. Folgekosten der agroindustriellen Landwirtschaft, deren Kosten die Verbraucher unter anderem über höhere Kosten für Trinkwasser zahlen müssen.

Nitrat ist, wenn es im menschlichen Körper zu Nitrit umgebaut wird, gesundheitsschädlich. Auch Seen, Flüsse und Meere leiden, denn es fördert das Algenwachstum, die Algen entziehen dem Wasser den Sauerstoff, die Fische sterben.

Längst läuft eine Klage der EU-Kommission wegen überhöhter Nitratwerte im Grundwasser. Paradox nur, dass genau jene Agrarfabriken, die am meisten Gülle produzieren, auch jene sind, die die höchsten EU-Agrarsubventionen erhalten.

Zwar hat die Bundesregierung jüngst eine neue Düngeverordnung erarbeitet, doch reicht sie nicht weit genug. Zum Schutz von Boden, Wasser und menschlicher Gesundheit braucht es eine klare Wende: Keine Subventionen