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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2017
Im Herzen die Freiheit
Iran: Reise in ein Land der Widersprüche
Der Inhalt:

Sozialprotokoll: Die Sehnsucht tut weh

Jens K. (45) hat durch die Trennung von seiner Frau auch seine zwei Töchter verloren. Nur vorläufig, so hofft er

Vor einem halben Jahr haben meine Zwillinge mit mir abgeschlossen. Julia, 13 Jahre alt, wünschte mir per WhatsApp ein »schönes restliches Leben«, und Lilli, ebenfalls 13, schrieb mir, der Kontaktabbruch sei »das, was du verdienst«. Vor fünfeinhalb Jahren habe ich mich von der Mutter meiner Töchter getrennt. Obwohl meine Exfrau und ich ein gemeinsames Sorgerecht haben, bin ich nach einer Reihe von Krisen und zwischenzeitlichen Kontaktabbrüchen komplett aus ihrem Leben ausgeschlossen. Um die leeren Kinderzimmer nicht mehr ertragen zu müssen, bin ich aus meinem Haus ausgezogen.

Dabei gab es eine Zeit, in der wir eine ganz normale Familie waren. Ich habe meine Kinder jeden Tag gesehen, zum Kindergarten und später in die Schule gebracht, mit ihnen Abendbrot gegessen. Weil ihre Mutter ein- bis zweimal im Monat beruflich unterwegs war, habe ich sie immer wieder auch ein paar Tage allein versorgt. Im Nachhinein wünschte ich, dass ich diese ersten Jahre mit ihnen noch intensiver erlebt hätte.

Wenn meine Kinder mich jetzt beschimpfen, höre ich durch ihre Worte ihre Mutter. Sie lässt die Kinder Mails und Briefe von mir lesen. Ich finde das falsch, lege Wert darauf, sie aus unseren Streitigkeiten rauszuhalten. Wenn die Mädchen mich auffordern, Stellung zu beziehen, sage ich ihnen, dass ich will, dass sie beide Eltern lieb haben können. Ich denke, dass die beiden bereits großen Schaden genommen haben. Würde ich jetzt auch noch versuchen, ihre Mutter in ein schlechtes Licht zu rücken, würde ich es ihnen noch schwerer machen.

Während der beruflichen Reisen meiner Exfrau wohnten die Kinder in der ersten Zeit nach der Trennung immer bei mir. Damals kannte ich den Die