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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2017
Im Herzen die Freiheit
Iran: Reise in ein Land der Widersprüche
Der Inhalt:

Die Macht der Salafisten brechen

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 23.06.2017
Einer der Attentäter aus London radikalisierte sich im Internet – so wie viele junge Menschen. Lässt sich das verhindern?
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Das Internet als Brandbeschleuniger: Der Ein- stieg in extremistische Kreise geschieht oft online (Foto: iStock by Getty/Juanmonino)
Das Internet als Brandbeschleuniger: Der Ein- stieg in extremistische Kreise geschieht oft online (Foto: iStock by Getty/Juanmonino)
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Publik-Forum: Herr Ince, Sie haben sich dem Kampf gegen islamistische Propaganda im Netz verschrieben. Ist das nicht ein Kampf gegen Windmühlen?

Baki Ince: Manchmal fühlt es sich so an, ja. Wer zum Beispiel »islamisches Gebet« googelt oder nach dem Leben des Propheten sucht, landet zu neunzig Prozent auf extremistischen Webseiten. Nun sind Extremisten nicht alle böse und gewaltbereit. Aber sie vertreten ein fundamentalistisches Weltbild, in das Vielfalt, Demokratie und Toleranz nicht passen. Solche Gruppen haben schon vor sechs, sieben Jahren angefangen, im digitalen Raum aktiv zu werden. Das haben wir als Gesellschaft viel zu spät erkannt. Jetzt müssen wir ein Gegengewicht bilden. Deshalb haben wir, das Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland, vor anderthalb Jahren unser Projekt ins Leben gerufen.

Was tun Sie da genau?

Ince: Wir betreiben Online-Präventionsarbeit. Uns geht es darum, die Deutungshoheit über den Islam im Internet zurückzuerobern. Wir präsentieren Alternativen zu fundamentalistischen Auslegungen. Wir produzieren Videos, schreiben Texte und stellen Bilder bei Facebook, Youtube und Instagram ein – den Plattformen, in denen auch extremistische Gruppen aktiv sind. Jeden Monat klicken über 300 000 Personen unsere Beiträge an. Der bekannte Salafistenprediger Pierre Vogel hat zwar mehr Follower (Abonnenten) als wir, aber dafür werden unsere Beiträge in den sozialen Netzwerken viel häufiger kommentiert, geliked und geteilt. Ein großer Erfolg für uns.

Das heißt, wenn ich bei Google »Islam« und »Gerechtigkeit« eingebe, lande ich nicht auf IS-Seiten, sondern bei Ihnen?

Ince: Das ist unser Ziel, ja. Alleine schaffen wir das aber nicht; wir sind ein Team von sechs Teilzeitmitarbeitern sowie Ehrenamtlichen. Deshalb wollen wir möglichst viele mobilisieren, es uns gleich zu tun. Wir ermuntern Moscheen und islamische Verbände, im Netz nicht nur zur nächsten Veranstaltung einzuladen, sondern auch substanzielle religiöse Inhalte zu verbreiten. Denn danach suchen Jugendliche.

Sie bieten auch offline Seminare an?

Ince: Ja, wir bieten Workshops und Pr

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