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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2017
Im Herzen die Freiheit
Iran: Reise in ein Land der Widersprüche
Der Inhalt:

»Bei Kindern kann man etwas bewegen«

von Barbara Tambour vom 23.06.2017
Helga Podio ist Naturschutzbotschafterin im Zoo Frankfurt. Im Affenhaus weckt sie Interesse für den Artenschutz
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 Gorillas schützen: Helga Podio und ihr Kollege im Gespräch ?mit Schülern(Fotos: Meise)
Gorillas schützen: Helga Podio und ihr Kollege im Gespräch ?mit Schülern(Fotos: Meise)
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Mein Einsatzort ist meist das Menschenaffenhaus im Frankfurter Zoo. Dort baue ich das Gorillamobil auf, einen Handwagen mit allerlei Material: Da ist zum Beispiel der Globus, auf dem ich Kinder suchen lasse, wo wir leben – und wo die Gorillas. Wir Naturschutzbotschafter versuchen die Leute für den Artenschutz zu interessieren. Aber man darf natürlich nicht mit der Tür ins Haus fallen. Zum Einstieg erzähle ich, dass die Gorilla-Forscherin Dian Fossey herausgefunden hat, dass jeder Gorilla eine einzigartige Nase hat und dass man Gorillas anhand ihrer Nase voneinander unterscheiden kann. Das geschieht an Hand von Skizzen, sogenannten Nasenspiegeln. Wer will, kann diese den Gorillafotos zuordnen. Hier im Zoo leben Flachlandgorillas. Die am meisten gefährdeten Gorillas sind aber die Berggorillas im Virunga-Park an der Grenze der Demokratischen Republik Kongo zu Ruanda.

Um zu veranschaulichen, wie gefährdet sie sind, hole ich zwei Schraubgläser: In jedem Glas sind 850 Kugeln – so viele Berggorillas leben noch in freier Wildbahn; und so viele Schüler gibt es im Gagern-Gymnasium, gleich neben dem Zoo. Wenn die Besucher dann fragen, warum es so wenige sind, nenne ich die Gründe: Verlust des Lebensraumes, Wilderei und der illegale Abbau von Coltan. Dieses Erz ist in jedem elektronischen Gerät drin. Deshalb appelliere ich immer an die Leute: Kauft so wenige elektronische Geräte wie möglich.

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, für die ich ehrenamtlich tätig bin, ist eine Naturschutzorganisation, die sich für die Erhaltung der Wildnis und der biologischen Vielfalt engagiert. Sie sammelt auch alte Handys ein und lässt ihre Wertstoffe recyclen. Von dem Erlös unterstützen wir ein Projekt in Goma: Dort werden Ranger ausgebildet, damit sie und ihre Familien vom Schutz der Gorillas leben können. Im Gorillamobil habe ich eine Ranger-Uniform, die Kinder mal anziehen dürfen.

Am Ende eines Einsatzes, bei dem wir immer zu zweit sind, ist meine Stimme ganz rau – und ich möchte nur noch viel trinken und mich hinsetzen. Aber wenn dann mal ein Gespräch wirklich in die Tiefe geht, hat sich alle Anstrengung gelohnt. Ich gehe auch in Schulen, entweder zu Projekttagen oder ich übernehme eine Arbeitsgemeinschaft. Das mache ich fast am liebsten. Bei Kindern kann man noch etwas bewegen. Die sind so offe

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