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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2015
Rettet diese Welt!
Die Umwelt-Enzyklika: Papst Franziskus und sein politischer Sonnengesang
Der Inhalt:

Nicht herrschen, sondern pflegen

von Thomas Seiterich vom 26.06.2015
Ein Gespräch mit dem Vordenker der Umwelt-Enzyklika, Bischof Erwin Kräutler

Papst Franziskus hat Sie, einen Bischof buchstäblich vom Ende der Welt, zu einem Mitarbeiter für die neue Enzyklika gemacht. Wie kam es dazu?

Erwin Kräutler: Durch mein Engagement in der Bischöflichen Kommission Brasiliens für Amazonien. Seit deren Gründung bin ich ihr Sekretär. Ihr Präsident ist mein franziskanischer Freund, Kardinal Claudio Hummes. Er sagt zu mir: Es kommt darauf an, dass Papst Franziskus aus erster Hand erfährt, was an Zerstörung in Amazonien geschieht und was diese gierige Vernichtung an Natur und Kultur für Folgen für die Menschheit hat. Das musst du ihm nahebringen.

Wie begann die Zusammenarbeit?

Kräutler: Am 4. April letzten Jahres hatte ich eine Audienz bei Papst Franziskus. In unserem Gespräch ging es um die Ökologie, also unsere Mitwelt und ihre Leiden, um das gefährdete Überleben der indigenen Völker, um die Kämpfe gegen den Bau des Mega-Staudamms am Rio Xingú nahe meiner Bischofsstadt Altamira sowie um die eucharistielosen Gemeinden in den Weiten Amazoniens. Franziskus interessierte sich lebhaft für meine Erfahrungen und bat mich, ihm Vorlagen für seine Öko-Enzyklika zu erstellen. Das genaue Prozedere solle ich mit Kardinal Peter Turkson ausmachen, dem Präsidenten des »Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden«. Mit Peter Turkson hatte ich am Abend zuvor in einer Trattoria zu Abend gegessen und von seinen Erfahrungen mit dem großindustriellen Mangan-Abbau in seiner ghanaischen Heimat gehört. Als ich dann wieder zu Hause war in Brasilien, habe ich neben der Arbeit in dem riesigen Bistum die Vorlagen erstellt, die der Vatikan auf Englisch haben wollte. Nicht als ein Co-Autor, wie manche Medien behaupten, sondern als ein Beiträger unter anderen.

Auf welche Inhalte in der Enzyklika kam es Ihnen an?

Kräutler: Amazonien, seine Zerstörungen und Gefährdungen, wie auch die Opfer und die vielen Widerstandskämpfe für die Mitwelt dürfen in der Öko-Enzyklika nicht fehlen. Denn Amazonien ist eine Makro-Region. Die große Lunge des Planeten. Amazonien hat eine das Klima regulierende Funktion für die gesamte Erde. Wenn die ehedem riesigen Regenwälder Amazoniens nicht mehr sind, wenn die aus kurzsichtiger Profitgier betriebene Abholzung weitergeht, hat dies Folgen, die nicht an den Grenzen Brasiliens haltmachen wer

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