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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2015
Rettet diese Welt!
Die Umwelt-Enzyklika: Papst Franziskus und sein politischer Sonnengesang
Der Inhalt:

Ein gutes Ende – in Hoffnung

von Thomas Seiterich vom 26.06.2015
Ausgekämpft: Fünfzig Jahre nach dem Konzil lösen sich die Priestergruppen auf

Aufstehen und handeln: Die AGP, die Arbeitsgemeinschaft der Priester- und Solidaritätsgruppen, stand früh auf. Früher als andere in der katholischen Kirche kämpften die seinerzeit in konservativen Kirchenblättern als »rote Priester und Kapläne« attackierten Geistlichen für eine gründliche Reform ihrer Kirche. Sie taten dies stets mit soliden theologischen und biblischen Begründungen. Dabei wurde die AGP unterstützt von prominenten Theologen wie dem Jesuiten Karl Rahner.

Im Jahr 1969 schlossen sich Priestergruppen aus fast allen Bistümern der Bundesrepublik zur AGP zusammen. Manche Medien schrieben damals von der »Gründung einer Priestergewerkschaft«. Worum ging es den Pfarrern und jungen Kaplänen inhaltlich? »Wir wollten den Aufbruchsgeist des 1965 beendeten Zweiten Vatikanischen Konzils in der Seelsorge und den Gemeinden umsetzen«, erinnert sich der frühere Frankfurter Theologieprofessor Michael Raske: »Das schuf Konflikte, denn im Vatikan und bei vielen Bischöfen standen wenige Jahre nach dem Konzil die Signale bereits wieder auf Rückwärtskurs.«

Nun hat die AGP auf ihrem schon traditionellen Pfingsttreffen in Heppenheim ihr Ende gefeiert, »in guter Stimmung«, wie zahlreiche der dreißig Teilnehmer berichten. »Es wurde persönlich Rückblick gehalten, und dabei kam eine starke Stimmung der Dankbarkeit auf«, berichtet Raske.

In einer ausführlichen Schlusserklärung ziehen die Priester- und Solidaritätsgruppen Bilanz. »Die Praxis« der AGP-Geist lichen »überholte in vielen Punkten Kirchenrecht und Moralpredigt der offiziellen Kirche und eröffnete neue Perspektiven christlichen Handelns und Lebens.« Konkret: »Die betroffenen Menschen befreiten sich von hierarchischer Gängelei, vertrauten dem freien Wort in der Kirche und lösten viele Fragen, die noch offiziell diskutiert wurden, in eigener Verantwortung und aufgrund eigener Gewissensentscheidung: zum Beispiel verantwortliche Empfängnisregelung, Kommunion wiederverheirateter Geschiedener, menschlicher Umgang mit Priestern, die sich zu einer Eheschließung entschieden, Partnerschaften von Schwulen und Lesben, eucharistische Gastfreundschaft mit evangelischen Gemeinden, Alternativen zu Allianzen zwischen den Mächtigen in Kirche, Politik und Wirtschaft, die auf Kosten sozial Benachteiligter und Ausgegrenzter agierten.«

In der AGP blieben die Kleriker nicht unter si

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