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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2014
Fulbert Steffensky: Spiritualität
Warum ich das Wort nicht mehr hören kann
Der Inhalt:

Freiheit statt Frontex

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 27.06.2014
Protestmarsch von Straßburg nach Brüssel: Flüchtlinge demonstrieren

Ihr Ziel ist Brüssel, die Hauptstadt der EU. Knapp hundert Flüchtlinge und Asylbewerber sind mit deutschen Unterstützern unterwegs auf einem »Marsch der Freiheit« durch Westeuropa. »Freedom not Frontex« steht auf ihren selbstgebastelten Plakaten, und im Chor rufen sie: »Um Europa keine Mauer, Bleiberecht, und das auf Dauer!« Nadia, eine der Unterstützerinnen, begründet, warum sie Flüchtlinge wie den Iraner Arash oder den Sudanesen Najicucu begleitet: »Die Waffen, die Deutschland in alle Welt verkauft, haben Bewegungsfreiheit. Die Menschen, die infolge dieser Waffen fliehen müssen, haben es nicht.«

Die Idee entstand im Flüchtlingslager am Oranienburger Platz in Berlin. Migranten und Unterstützer aus mehreren europäischen Ländern haben sich angeschlossen. Ihr Weg führt sie 450 Kilometer weit durch Frankreich, Deutschland, Luxemburg und Belgien. Mitte Mai lief die Gruppe in Straßburg los. Wenn Ende Juni in Brüssel der Migrationsgipfel stattfindet, wollen sie in der EU-Hauptstadt sein. »Unser Ziel ist es, dass die Flüchtlinge selbst Redezeit auf dem Gipfel erhalten, denn um sie geht es schließlich«, erklärt Nadia, die nur mit Vornamen zitiert werden möchte.

Die Protestierenden fordern die Abschaffung der EU-Grenzbehörde Frontex sowie die Reform des Dublin-Systems, das es Flüchtlingen nicht erlaubt, selbst zu wählen, in welchem EU-Land sie sich aufhalten oder um Asyl bitten wollen.

»Wir wollen auch die Aufmerksamkeit der Menschen und der Medien, denn viele wissen gar nicht, wie wir in Europa wirklich behandelt werden«, sagt Asif, der aus Pakistan geflohen ist und aus Deutschland abgeschoben werden soll. Für die Flüchtlinge aus Afghanistan, Somalia, dem Tschad oder aus Marokko ist der Marsch ein gefährliches Unternehmen. Sie riskieren damit, abgeschoben zu werden oder Geld- und Gefängnisstrafen zu erhalten. Denn als Asylbewerber unterliegen sie in Deutschland der Residenzpflicht. Das bedeutet, sie müssen sich in dem Bundesland – in Sachsen und Bayern sogar in dem Landkreis –, in dem sie offiziell als Asylbewerber gemeldet sind, aufhalten. »In Luxemburg hat die Gruppe Probleme mit der Polizei bekommen«, erzählt Asif. Etliche Aktivisten wurden stundenlang festgehalten. Ein paar haben den Zug aus Angst vor Abschiebung verlassen.

In Schengen, der Stadt, die für fallende Grenzen steht, weil dort 1985 mit dem »Schen

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