Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2014
Fulbert Steffensky: Spiritualität
Warum ich das Wort nicht mehr hören kann
Der Inhalt:

Dem Menschen ein Helfer sein

von Bettina Röder vom 27.06.2014
Der Theatermann Ingolf Huhn hat das Motto des Dichters Bert Brecht verinnerlicht. Es ist eine Antriebsfeder für seine Mitarbeit auf Kirchentagen – wie auch als Chef Ende Juni in Leipzig

Zum Theater kam er durch seinen Pfarrer. Da war er 15 Jahre alt. Der Pfarrer hatte den Jungen und Mädchen ein Hörspiel angekündigt »und holte dazu einen richtigen Schauspieler hinzu«. Der wiederum suchte Statisten. Der Schüler Ingolf war dabei: als erste Hälfte eines großen Pferdes, auf dem auch noch die größte Operndiva von Magdeburg ritt. Die Operette Ritter Blaubart von Jacques Offenbach hatte Premiere. »Und wenn man einmal dabei ist, dann kommt man nicht mehr weg«, lacht Ingolf Huhn. Das Theater hat ihn seither nicht losgelassen. Heute ist er Intendant in Annaberg-Buchholz.

Der große, kräftige Mann mit der Nickelbrille scheint die Kirchenbank zu sprengen, in der er eher zufällig sitzt. Er hat sich hierher begeben, um in Ruhe Auskunft geben zu können: über den Kirchentag, der Ende Juni in Leipzig über die Bühne geht und bei dem er als Vorsitzender der Sächsischen Kirchentagsarbeit den Hut aufhat. Da geht es unter dem Motto »Hier stehe ich ...« nicht nur um die Einführung der Reformation in Sachsen, sondern ganz im Sinne des Reformators Martin Luther um aktuelle Überlebensfragen. Traditionsgemäß wird dieser Kirchentag vor allem aus Gesprächsgruppen bestehen. Keine Großköpfe, sondern Basisarbeit von unten. Zeitgleich findet in der Bach-Stadt das deutschlandweite Chortreffen statt. Mehr als 10 000 Teilnehmer werden erwartet. Ingolf Huhn kommen da die Theaterferien zur Vorbereitung gerade recht.

Doch weil es dem studierten Opernregisseur immer zuerst um die Menschen geht, ist er erst einmal bei seinem Freund Reinhard Höppner, der jüngst in der gemeinsamen Heimatstadt Magdeburg beerdigt wurde. Gemeinsam mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt wollte er stets in die Kirchentagsarbeit einbringen, was die Menschen im Osten nach dem Fall der Mauer existenziell bewegt hat: der Umbruch in fast allen Biografien. Und so wird es in einem der vier großen Zentren des bevorstehenden Kirchentags in Leipzig um das Thema Freiheit und Gerechtigkeit gehen. »Denn wenn es zu viel Freiheit gibt, gibt es keine Gerechtigkeit mehr und umgekehrt«, sagt der Theatermann. Die Bibelarbeit dazu wollte ursprünglich Reinhard Höppner mit seiner Frau Renate halten. Nun lebt sein Freund nicht mehr. Mit ihm verbindet Ingolf Huhn auch die Zeit als Jugendsynodaler.

Zur Kirchentagsarbeit kam er dann 1983 durch seine Frau, die sic

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen