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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2012
Heilsame Netze
Warum wir andere Menschen brauchen
Der Inhalt:

Müllers Belehrungen

Streit um die Priesterweihe von Frauen: Einmal mehr wird das autoritäre Kirchenverständnis Roms deutlich

Die Auseinandersetzung um eine Reform des römisch-katholischen Kirchensystems wird zum Teil mit harten Bandagen geführt. Gerhard Ludwig Müller, Bischof von Regensburg, wirft allen katholischen Theologinnen und Theologen, die sich Frauen als Priesterinnen wünschen, vor, den geoffenbarten Willen Jesu von Nazareth zu leugnen. Auch stellten sie mit ihrer Forderung die moralische Integrität des Lehramtes, also von Papst und Bischöfen, infrage und könnten daher nicht mehr als katholisch betrachtet werden.

Reaktion des Tübinger katholischen Theologen Hermann Häring: Jetzt müsse »die ganze unbiblische, autoritäre, antimodernistisch geprägte Lehramts- und Unfehlbarkeitskonstruktion« der römisch-katholischen Kirche radikal infrage gestellt werden.

Gleichzeitig fordert die ökumenische Initiative Kirche von unten den sofortigen Rücktritt Müllers als Ökumene-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Die antiökumenische Haltung dieses Mannes sei untragbar, heißt es zur Begründung.

Es kracht gehörig in der katholischen Familie. Was ist passiert?

Römischer Ärger.In der Dezember-Ausgabe der Jesuiten-Zeitschrift »Stimmen der Zeit« hatte der inzwischen emeritierte Bamberger Dogmatiker Georg Kraus – ein Schüler des 1980 mit Lehrentzug bestraften kritischen Theologen Hans Küng – in einem Beitrag begründet, warum aus seiner Sicht und der anderer Kollegen (Theologinnen führte er nicht an) die Priesterweihe von Frauen in der katholischen Kirche möglich sein kann.

Seine Hauptargumente: Mann und Frau seien Gottes Ebenbilder; Gott sei Mensch und nicht Mann geword