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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2012
Heilsame Netze
Warum wir andere Menschen brauchen
Der Inhalt:

»Ihr habt – und ich nicht«

Meike B. und ihr Mann können auf natürlichem Weg kein Kind bekommen. Doch die medizinische Behandlung ist zermürbend

Wir haben gerade eine neue Behandlung im Kinderwunschzentrum angefangen. In den ersten Tagen sieht man ja noch positive Dinge. Man denkt, es könnte dieses Mal klappen, aber will sich auch nicht zu große Hoffnungen machen. Und wenn dann nach zwei, drei Wochen klar ist, es ist nicht erfolgreich gewesen, fällt man in ein ganz tiefes Loch. Was ist, wenn es jetzt wirklich nicht klappt? Zu versuchen, diese Möglichkeit anzunehmen und trotzdem weiterzumachen und wieder Hoffnung zu mobilisieren: Das ist unglaublich hart.

Für mich stand nie infrage, dass ich Kinder haben werde. Dabei geht es mir nicht unbedingt darum, mich biologisch fortzupflanzen: Andreas und ich finden einfach beide die Vorstellung sehr schön, mit Kindern Alltag zu leben. Klar stelle ich mir nicht in erster Linie die durchgemachten Nächte vor, die Kinderkrankheiten und den Stress. Aber der ist eben auch Teil der Geschichte! Ich stell mir vor, irre früh wach zu werden, gerädert aufzustehen und dann doch für alle ein Frühstück zu machen. Das geht dann auch mit dem entsprechenden Chaos ab, und man ist sicher auch nicht immer gut drauf. Aber dann ist man eben in der Situation, das lösen zu müssen: einen Weg miteinander zu finden und auch wieder fröhlich zu sein.

Ich stell mir auch diesen anderen Blick aufs Leben vor, den Kinder mit reinbringen. Bei Kolleginnen mit Kindern sehe ich, dass sie Dinge anders relativieren können, weil die Arbeit nicht das ganze Leben bestimmt, sondern an einem bestimmten Punkt die Familie kommt. Wenn ich das erlebe, ist es schwierig zu wissen: Bei mir wird das vielleicht nie so sein.

Hart ist es auch, wenn andere sich unbedacht äußern. »Leute, die keine Kinder haben, wollen Karriere machen«,