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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2020
Mission impossible
Kolonialismus und Rassismus in christlichem Gewand
Der Inhalt:

Das Leid, ein Mädchen zu sein

von Birgit Roschy vom 12.06.2020

Filmtipp. »Betty und ihre Schwestern« hieß der Roman der US-amerikanischen Autorin Louise May Alcott, in dem sie das Leben von vier Schwestern zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs beschreibt. Unter dem englischen Originaltitel »Little Women« wurde er in den USA des 19. Jahrhunderts ein Erfolg. Greta Gerwig hat diesen Stoff auf eindrucksvolle Weise neu verfilmt. Die Regisseurin betont dabei den prä-feministischen Ansatz des Klassikers. »Ich kann es nicht verwinden, ein Mädchen zu sein«, seufzt die Hauptfigur Jo, die mit ihrem Temperament ständig aneckt. Trotz der relativen Armut der Familie – der Vater kämpft aufseiten der Nordstaaten im Krieg – sorgt die liebevolle Mutter dafür, dass ihre Töchter ihre Talente entfalten können. Jo will Schriftstellerin werden, Meg liebt es, auf improvisierten Theaterabenden zu schauspielern, Amy sieht sich als Malerin, und Beth geht in ihrer Hilfe für andere auf. In eleganten Zeitsprüngen zwischen kindlicher Lebenslust und den Ernüchterungen des Erwachsenseins wird geschildert, wie die Mädchen lernen, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und dabei die Grenzen der damaligen Frauenrollen austesten. Dank der lebhaften Dialoge kommt die emanzipatorische Botschaft ganz unaufdringlich zur Geltung. Bezaubernd unplüschig ist besonders die Ausstattung, für die der sechsfach nominierte Film schließlich den Oscar für das beste Kostümdesign einheimste.

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