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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2020
Mission impossible
Kolonialismus und Rassismus in christlichem Gewand
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 12.06.2020

Oliver Bullough
Land des Geldes
Kunstmann. 336 Seiten. 25 €

Wer zahlt? Die Debatte, wer für die Schulden aufkommen wird, die zur Bewältigung der Corona-Krise aufgenommen werden, wird an Heftigkeit zunehmen. Da hilft es, einen Ausflug mitzumachen, den der Journalist Oliver Bullough unternimmt. Es ist ein Ausflug in ein Land, das auf keiner Landkarte zu finden ist: das Land des Geldes. In diesem Land funktioniert die Globalisierung anders. Das Kapital wird nicht dahin verschoben, wo es die größten Gewinne abwirft, sondern wo es den größten Schutz vor dem Zugriff des Steuerstaates genießt. Betrüger und Diebe beherrschen die Welt, weil eine ganze Armada von Anwälten, Bankern und Politikern kräftig dabei hilft – und das nicht uneigennützig. Sie finden unzählige Möglichkeiten, Staaten auszuplündern und geraubtes Geld in legale Investitionen zu verwandeln. Diese Paradiese des Geldes befinden sich nicht in den korruptesten Ländern, sondern auf hübschen Inseln wie Malta oder Zypern oder auch im Herzen Londons. Bullough liefert keine wissenschaftlichen Analysen. Er führt dorthin, wo es das Kapital und seine Anleger besonders toll treiben. Wer wissen will, wer für die Kosten der Corona-Krise zahlen soll, wird das Essay über das »Land des Geldes« mit Gewinn lesen. Franz Segbers

Mona Chollet
Hexen. Die unbesiegte Macht der Frauen
Nautilus Flugschrift. 288 Seiten. 20 €

Dieses Buch versetzt uns zurück in die 1980er-Jahre: Damals entdeckte die Frauenbewegung das Hexentum als Metapher für die weibliche Erfahrung im Patriarchat: Opfer der Verhältnisse und zugleich stark und gefährlich zu sein. Die Ungeheuerlichkeit des Femizids während der europäischen »Hexenverfolgungen« der Neuzeit sind damals endlich in ihrer Dimension aufgedeckt worden. Gleichzeitig machte die feministische Selbstbezeichnung als »Hexen« deutlich, dass diese Frauen sich außerhalb eines männlichen Systems positionieren wollten. Eine »Hexe« zu sein bedeutet, sich als unbezähmbar und stark zu sehen. Die Schweizer Autorin und Journalistin holt diese Traditionslinie hervor und verfolgt ihre Spur weiter bis heute. Besonders in der Popkultur und im Kino ist die Metapher der Hexe äußerst beliebt, und die damals aufgeworfenen Themen sind keineswegs passé. In vier Kapiteln v

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