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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2019
Auf der Kippe
Welche Zukunft hat die evangelische Kirche?
Der Inhalt:

Buch des Monats: Vertrauen in die Weisheit

von Norbert Copray vom 07.06.2019
Impulse zum christlich-buddhistischen Dialog

Sylvia Wetzel
Erwachen und Erlösung
Eine Buddhistin interpretiert das Christentum. Patmos. 222 Seiten. 24 €

Das Christentum aus buddhistischer Sicht und zugleich den Buddhismus aus christlicher Sicht interpretieren kann nur jemand, dem sich beides tief erschlossen hat. Das trifft auf Sylvia Wetzel zu, die im badischen Katholizismus aufgewachsen und später tibetische Buddhistin geworden ist. Sie verfügt über eine jahrzehntelange Erfahrung in buddhistischer Meditation und war für zwei Jahre buddhistische Nonne. Von 1968 an studierte sie in Heidelberg Politikwissenschaft und Slawistik, war als Lehrerin tätig, ehe sie jahrelang führende Aufgaben im Buddhismus übernahm. Sie gibt Meditationskurse, hält Vorträge und ist eine Pionierin der feministischen Deutung der buddhistischen Lehre. Am Weisheitsletter von Publik-Forum ist sie als Autorin von Anfang an beteiligt.

Wetzels neues Buch »Erwachen und Erlösung« ist ein Wegweiser zum tieferen Verständnis der guten Traditionen von Christentum und Buddhismus, die beide aus ihrer Sicht »zum Gelingen meines Lebens sehr viel beigetragen haben«. Das Christentum durch den »Zugang zum Gottvertrauen«, den es »durch Liturgie und Lieder, Gebete und konkrete Anleitungen zu einem ethischen Leben« gestärkt hat. Der Buddhismus durch die »Praxis der Meditation und durch gute Erklärungen«, um »mich selbst besser zu verstehen und mein Vertrauen in die Weisheit in allen und allem zu stärken«.

Damit sind Schlüsselworte des Buches gesetzt, das durch den wechselseitigen buddhistischen und christlichen Blick dem Vertrauen in Gott Auftrieb gibt: in seine Schöpfung, in die menschlichen guten Potenziale, in die christlichen und buddhistischen Heilungsbotschaften sowie in das Reich Gottes. Dabei kreuzen sich bei Wetzel traditionelle christliche Elemente mit buddhistischem Verständnis, während buddhistische Sichtweisen bisweilen christlich umfangen werden.

Für beide Religionen gilt, voneinander zu lernen: ein spezieller Dialog in und mit spirituellem Glauben, der von Wetzel authentisch verkörpert wird. Kapitel- und abschnittsweise hangelt sie sich am christlichen Credo entlang, gibt Impulse zum Nachdenken, Vertiefen und zur Meditation. Grundsätzlich will sie auf diese Weise »einen neuen Zugang zu den christlichen Symbolen, Bildern und Begriffen« eröffnen und deren tragenden Gehalt –

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