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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2019
Auf der Kippe
Welche Zukunft hat die evangelische Kirche?
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

Theresa Denger
»Die Liebe ist stärker als der Tod«
Grünewald. 500 Seiten. 55 €

Im Dorf El Mozote (El Salvador) richtete am 11./12. Dezember 1981 eine Eliteeinheit des Militärs ein Massaker an: Etwa 900 Zivilisten, die Hälfte davon Kinder, wurden auf bestialische Weise ermordet. Die Täter sind bis heute unbehelligt geblieben. Solche Ereignisse lassen sprichwörtlich zum Himmel schreien: Wer ist der Mensch – als Opfer, als Täter? Wo ist Gott? Welche Antworten gibt die Theologie? Der Jesuit Jon Sobrino gehört – gemeinsam mit seinem ermordeten Ordensbruder Ignacio Ellacuriá – zu denen, die den Ausgangspunkt ihres theologischen Denkens genau von dieser Menschenleben missachtenden Realität in El Salvador (und nicht nur dort) nehmen. Dieses in ihrer Dissertationsschrift systematisch anhand der zentralen Begriffe Martyrium und gekreuzigtes Volk nachgezeichnet, in einigen Punkten aus feministischer Perspektive weitergeführt und in seinen Folgen für die Erlösungslehre bedacht zu haben war das Anliegen der Autorin, die selbst ihren Lebensmittelpunkt nach El Salvador verlagert hat. Die Lektüre ist anspruchsvoll und herausfordernd zugleich; hält sie doch zur eigenen Standortbestimmung angesichts der konkreten Leidensgeschichten in unserer Welt an. Norbert Mette

Heiner Müller
»Für alle reicht es nicht«
edition suhrkamp. 388 Seiten. 16 €

Heiner Müller (1925-
1995) war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker nach 1945. Sein Denken ist in der Öffentlichkeit kaum noch präsent. Das liegt auch daran, dass es sperrig ist und immer noch unbequem. Die Behauptung etwa, dass es einen systematischen Zusammenhang gibt zwischen Hitlers massenmörderischen Selektionen und der kapitalistischen Wirtschaftsordnung erscheint unerträglich, weil mit dem politischen Konsens hierzulande nicht vereinbar. Auch mit der Formel »Für alle reicht es nicht« (so der Titel), die er 1994 in einem Gespräch benutzte, provozierte er, denn »ein paar müssen verhungern, damit die anderen essen können«. Die Anthologie greift verschiedene Aspekte der Auseinandersetzung Müllers mit dem Kapitalismus auf. Es geht unter anderem um die Verelendung und den »kannibalischen Konsum«, um Sprache, Religion und um die Gegenwart des Krieges. In Kriegs- und Krisenzeiten wi

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