Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2019
Auf der Kippe
Welche Zukunft hat die evangelische Kirche?
Der Inhalt:

Vorgespräch: Machen Lese-Partys glücklich?

In Osnabrück treffen sich Menschen zu »silent reading parties« in einem Café. Was hat es damit auf sich?

Publik-Forum: Herr Meyer-Spinner, Sie veranstalten »silent reading parties«. Was ist das denn – eine leise Party?

Michael Meyer-Spinner: Ja, der Widerspruch – still und Party – ist der Witz dabei. Die Idee dahinter ist, dass sich Menschen an einem öffentlichen Ort treffen, um gemeinsam zu lesen. Jeder für sich, aber alle in einem Raum. Die Idee stammt aus den USA, wir in Osnabrück haben das übernommen und veranstalten nun alle sechs Wochen silent reading parties.

Warum braucht es zum stillen Lesen Gemeinschaft? Ich kann mich doch auch zu Hause mit einem Buch aufs Sofa setzen …

Meyer-Spinner: Viele Leute kommen zu Hause nicht mehr in Ruhe zum Lesen. Da ist zu viel, was ablenkt: der Haushalt, Netflix, soziale Medien … Vor allem jungen Menschen geht das so. Wenn man sich aber vornimmt, irgendwohin zu gehen, um zu lesen, dann schafft man es auch, sich mal zwei, drei Stunden in ein Buch zu vertiefen. Und das Gemeinschaftsgefühl bestärkt einen. Das ist ein ähnlicher Effekt wie bei einem Konzert: Ich kann mir auch zu Hause eine CD anhören. Aber mit Menschen um mich herum, die das Gleiche lieben wie ich, fühlt sich das anders an. Das ist eine schöne, zwanglose Stimmung, die da herrscht. Man lächelt sich an, und am Ende gehen die Leute glücklich wieder nach Hause.

Bringt sich jede oder jeder ihr eigenes Buch mit oder kann man auch welche ausleihen?

Meyer-Spinner: Die Besucher bringen sich selbst Bücher mit, meistens Romane. Auf jeden Fall ist es Freizeitlektüre, also nichts, was man zum Beispiel für d