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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2019
Auf der Kippe
Welche Zukunft hat die evangelische Kirche?
Der Inhalt:

Aufgefallen: Die Unbeugsame

von Viola Rüdele vom 07.06.2019
Kristina Vogel ist mehrfache Welt- und Olympiasiegerin im Bahnradfahren – dann beendete ein Unfall ihre Karriere. Nun geht die 28-Jährige in die Politik

Früher trainierte Kristina Vogel jeden Tag auf der Rennbahn, um neue Rekordzeiten auf dem Bahnrad zu erzielen. Heute lautet ihre Herausforderung: wieder selbstständig in den Rollstuhl kommen. Denn seit einem Trainingsunfall im Juni 2018 ist die Spitzensportlerin querschnittsgelähmt.

Mit dem Ehrgeiz und der Energie, die sie früher in den Sport investiert hat, sucht Kristina Vogel nun nach neuen Aufgaben. Daher nahm sie gerne das Angebot der CDU an, auf deren Liste als Parteilose für die Stadtratswahl in Erfurt zu kandidieren: »Da dieses Jahr alles anders ist, gehe ich eben in die Politik und probiere, meiner Heimatstadt etwas zurückzugeben.«

Geboren ist Kristina Vogel in Leniskoje in Kirgisistan. Als Kind zog sie dann mit ihrer Familie nach Deutschland. »Sportbegeistert war ich schon immer«, sagt Vogel. Im Bahnradsport entdeckte sie ihre Leidenschaft – und die Trainer ihr Talent. Nach ihrem ersten Wettbewerb mit 15 Jahren wurde sie in den Jugendnationalkader befördert, in den darauffolgenden Jahren wurde sie mehrmals Weltmeisterin bei den Junioren.

Der Unfall im vergangenen Jahr war nicht der erste in Vogels Leben. Schon 2009 unterbrach ein Autounfall ihre sportliche Karriere. Doch auch von zwei Tagen im Koma sowie mehreren Wochen im Krankenhaus und in der Reha ließ sich Vogel nicht von ihrem nächsten Ziel abbringen: Olympiasiegerin werden. Das gelang ihr schließlich bei den Olympischen Spielen in London im Teamsprint.

Seit ihrem zweiten Unfall erzählt Vogel in Interviews und in Talkshows, wie sie gelernt hat, Hilfe anzunehmen – auch mal von ihrem Lebensgefährten Michael Seidenbecher, ebenfalls ehemaliger Radprofi. »Ich will ein Vorbild sein und anderen Menschen zeigen, wie auch sie an ihren Zielen festhalten können«, sagt Vogel. Dass sie kurz nach dem Unfall so schnell wieder nach vorne schaut, hat nicht nur ihre Fans fasziniert. Für ihre Leistung und ihren ermutigenden Umgang mit ihrer Behinderung wurde die Sportlerin mehrfach ausgezeichnet.

Ihre Bekanntheit machte sich auch bei der Wahl in Erfurt bemerkbar: Vogel erhielt – auf Listenplatz 2 – die meisten Stimmen aller CDU-Kandidaten. Als Rollstuhlfahrerin hat Vogel auch schon ihr politisches Herzensthema gefunden: die Barrierefreiheit. In Erfurt sieht sie da noch einigen Nachholbedarf. Zum Beispiel ist ihr zukünftiger Arbeitsplatz, der Sitzungssaal im Rathaus, ni

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