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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2018
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Chile-Skandal: Überwindet der Papst die Restauration?
Der Inhalt:

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An Fethullah Gülen scheiden sich die Geister. Für die einen ist der 1941 geborene Prediger ein leidenschaftlicher Befürworter des interreligiösen und interkulturellen Austausches und der Anführer einer idealistischen Bewegung aus Freiwilligen, die sich weltweit für Toleranz und Dialog engagieren und lediglich lose miteinander verbunden sind. Die anderen sehen in ihm einen islamistischen Denker, der über ein strikt organisiertes Wirtschafts- und Medienimperium verfügt, dessen Befehlsstrukturen von außen schwer zu durchschauen sind. Ihrer Meinung nach verfolgt der Prediger vor allen Dingen ein politisches Ziel: die säkulare Verfassung der Türkei abzuschaffen.

Stark beeinflusst von den Ideen des muslimischen Theologen Said Nursi (1876-1960) sieht Gülen die Menschheit, insbesondere die Jugend, von einem Werteverfall bedroht. Sein Streben gilt dem Ideal, die traditionelle islamische Ethik mit modernen Naturwissenschaften in Einklang zu bringen. Spiritualität und intellektuelles Wissen sollen sich gegenseitig ergänzen.

Vor diesem Hintergrund entstehen in den 1960er-Jahren die ersten theologischen Sommercamps und Wohngemeinschaften. Ermutigt durch die türkische Liberalisierungspolitik der 1980er-Jahre gründen Gülen-Anhänger zahlreiche Schulen, Zeitungen, Fernseh- und Radiosender, darunter »Zaman«, die bis zu ihrer Schließung 2016 zu den auflagenstärksten türkischen Zeitungen gehörte.

Heute ist die Gülen-Bewegung in fast 160 Ländern aktiv. Es gibt über tausend Schulen, Universitäten, Nachilfe-Einrichtungen, Dialogzentren und Vereine, die in unterschiedlicher Weise den Ideen Gülens verbunden sind, ebenso ein Netzwerk von Unternehmern, Spendern und Förderern. Weil die Gülen-Beweg