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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2018
Schluss jetzt!
Chile-Skandal: Überwindet der Papst die Restauration?
Der Inhalt:

Mach’s gut, Hannes!

CD. Ein Textständer, die Gitarre, ein Glas Wasser: Mehr steht nicht auf der Bühne, wenn Hannes Wader ein Konzert beginnt. Unprätentiös wie immer trat er auch bei seinem Abschiedskonzert vor über 3000 Zuschauern Ende November 2017 in Berlin auf. Auf Tournee will der 75-jährige Liedermacher künftig nicht mehr gehen; der Live-Mitschnitt mit 17 Liedern, den er jetzt unter dem Titel »Macht’s gut!« herausgebracht hat, ist daher ein besonderes Erlebnis für seine Fans.

Am Anfang steht natürlich sein berühmtestes Lied »Heute hier, morgen dort«. Als er es Anfang der 1970er-Jahre zum ersten Mal aufnimmt, hat er noch fast schulterlange braune Haare. Sonor und unverwechselbar ist seine Stimme schon damals. Wader, Sohn eines Landarbeiters und einer Putzfrau, hatte in einem Bielefelder Schuhgeschäft Dekorateur gelernt. Nach einem Streit wird ihm gekündigt. Er beginnt ein Grafikstudium, erst in Bielefeld und dann in Berlin an der Universität der Künste und fängt nebenher an, zu singen und Lieder zu schreiben: über die kleinen Leute, ihre Hoffnungen und das Scheitern – aber auch über den Kampf gegen Unrecht, für Freiheit und die klassenlose Gesellschaft.

Die Abschieds-CD ist wie ein Rückblick auf Höhepunkte seiner Karriere, etwa wenn sein bekannter Song »Schon so lang« erklingt. Auch das italienische Partisanenlied »Bella Ciao« und »Das Bürgerlied« von 1845 hat er wieder aufgenommen. Neben Poesie, Protest und Songs über zerschlagene Träume gehören Satire und Ironie zum Repertoire des legendären Liedermachers, so etwa in »Kokain«, seinem Spottlied über den Drogenkonsum. In »Ankes Bioladen« witzelt er über die Biobewegung.

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